Kämpfen Sie mit gegen Hühnermast und Schlachtanlagen

 

 

 

E-Mail der Albert Schweitzer Stiftung vom 06. 10. 2015

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     Im Jahr 2025 (in Ausnahmen 2028) wird Schluss sein mit jeglicher Legehennen-Käfighaltung in Deutschland

Wie kaum eine andere Organisation haben wir uns für das Ende der Käfighaltung von Legehennen eingesetzt. Schon im Jahr 1999 konnte Wolfgang Schindler, unser inzwischen verstorbener Gründer, das Bundesverfassungsgericht überzeugen, Legebatterien als verfassungswidrig zu erklären. Damit schrieb er Rechtsgeschichte.

Als Reaktion auf das Urteil erfand die Agrarindustrie die »Kleingruppen-Käfige«, die aus Tierschutzsicht unwesentlich besser sind als Legebatterien, aber vom Verfassungsgerichtsurteil nicht abgedeckt werden konnten. Den geplanten Siegeszug der »Kleingruppen-Käfige« konnten wir jedoch vereiteln: Wir gründeten ein Tierschutzbündnis, das unter unserer Leitung praktisch alle Supermarktketten überzeugen konnte, keine Käfigeier mehr zu verkaufen.

Als Nächstes machten wir uns mit unserem Käfigfrei-Bündnis daran, auch versteckte Käfigeier (in Nudeln, Gebäck, Saucen usw.) aufzuspüren und Unternehmen zum Käfigei-Ausstieg zu bewegen. Auch diese Kampagne war und ist ein durchschlagender Erfolg.

Wir waren sogar so erfolgreich, dass die damalige Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner sinngemäß sagte, die neuen Käfige seien wirtschaftlich so unbedeutend, dass man sie auch verbieten könne.

Bis zuletzt haben Bund und Länder immer wieder verhandelt, wann die Käfige verboten werden sollen. Der Bund war immer für äußerst lange Übergangszeiten, weshalb wir ihn mit einer Petition aufgefordert haben, eine kurze Frist zu befürworten.

Jetzt kam es endlich zu einer Einigung: Im Jahr 2025 (in Ausnahmen 2028) wird Schluss sein mit jeglicher Legehennen-Käfighaltung in Deutschland. Ist uns das schnell genug? Nein! Aber die Tatsache, dass die »Kleingruppen-Käfige« endlich ein Ablaufdatum erhalten haben, ist wichtiger als das Feilschen um wenige Jahre (mehr als zwei Jahre früher hätte sich der Ausstieg politisch ohnehin nicht realisieren lassen).

Auch Hennen in käfigfreien Haltungssystemen leiden, und trotz des Produktionsverbots wird die Lebensmittelindustrie wohl nach wie vor Käfigeier als Zutat importieren dürfen. Das zeigt, wie viel Arbeit noch vor uns liegt. Trotzdem können wir uns heute über einen wichtigen Schritt freuen, auf den wir lange hingearbeitet haben.

Ein erklärtes Ziel unserer Stiftung ist es, die Massentierhaltung abzuschaffen. Jetzt werden die ersten Risse im System sichtbar! Als Nächstes werden wir dabei helfen, die Käfighaltung von »Muttersauen« und Kaninchen zu beenden. Auch die (betäubungslos durchgeführten) Amputationen wie das Schnabelkürzen von Legehennen gehen wir bereits erfolgreich an. Und weil uns jeses Jahr immer mehr Menschen bei dieser Arbeit helfen und unsere Kampagnen so immer mehr Schwung bekommen, bin ich mir sicher, dass wir die Massentierhaltung in den nächsten Jahrzehnten gemeinsam beenden werden!

Bedanken möchte ich mich bei all den Menschen, die uns auf diesem Weg mit Spenden, Förderschaften und aktiver Hilfe begleiten! Alle anderen lade ich ein, sich uns anzuschließen. Gemeinsam sind wir stark!    

Ihr
Mahi Klosterhalfen | Geschäftsführender Vorstand

Eigene Anmerkung: Zweifellos ein Erfolg, aber nur ein kleiner. Aber weshalb ließ sich der Ausstieg politisch nicht früher realisieren? Wir haben 2015. Bis 2028 vergehen immerhin noch 13 Jahre.

 

 

 


                    Zum Ausstieg aus dem Schnabelkürzen

9. Juli 2015

Pressemitteilung der Albert Schweitzer Stiftung

Die Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt begrüßt die Vereinbarung zum Ausstieg aus dem Schnabelkürzen, die heute von Bundesminister Schmidt und der Geflügelwirtschaft vorgestellt wurde. »Die Vereinbarung ist vielversprechend, jedoch ist die Art und Weise der Umsetzung enorm wichtig, damit sie wirklich ein Erfolg wird«, betont Mahi Klosterhalfen, geschäftsführender Vorstand der Albert Schweitzer Stiftung.

Mit ihrer heute vorgestellten Vereinbarung verpflichten sich deutsche Geflügelhalter, ab dem 1. August 2016 auf das Kürzen von Schnäbeln bei Legehennen und Mastputen zu verzichten und ab 2017 keine schnabelgekürzten Junghennen mehr einzustallen. Für die Albert Schweitzer Stiftung ist dies ein wichtiger Meilenstein in ihrer seit fünf Jahren andauernden Kampagnenarbeit zum Ausstieg aus dem Schnabelkürzen: »Die Geflügelindustrie hat endlich ihren Widerstand aufgegeben und will jetzt einen Dauerverstoß gegen das Tierschutzgesetz abstellen«, erklärt Mahi Klosterhalfen, geschäftsführender Vorstand der Stiftung. »Wir werden genau beobachten, wie die Vereinbarung realisiert wird, denn die Art und Weise des Ausstiegs ist enorm wichtig.«

Dem ambitionierten Zeitplan der Vereinbarung steht Klosterhalfen skeptisch gegenüber: »Gerade bei den Puten sind gravierende Änderungen nötig, unter anderem bei den Besatzdichten. Da sich die Puten-Industrie bisher nicht auf entsprechende Vorschläge eingelassen hat, würde es mich wundern, wenn sie dies jetzt auf einmal täte.«

Bei den Legehennen gibt sich Klosterhalfen optimistischer. Damit der Ausstieg ein Erfolg wird, müssten jedoch Aufzucht- und Haltungsbedingungen deutlich verbessert werden. Die Albert Schweitzer Stiftung fordert unter anderem ausreichendes Beschäftigungsmaterial, höherwertiges Futter und eine Reduktion der Besatzdichte. »Klar ist, dass die notwendigen Verbesserungen Kosten verursachen. Ohne Preiserhöhungen ist ein Ausstieg aus dem Schnabelkürzen aus unserer Sicht nicht zu realisieren, wenn man es richtig machen will«, erklärt Klosterhalfen. Er geht davon aus, dass der Preis um mindestens 3 Cent pro Ei steigen muss.

Der Ausstieg aus dem Schnabelkürzen wird die Leiden der Legehennen bei richtiger Umsetzung vermindern, doch gravierende Mängel bleiben nach wie vor bestehen: »Dazu gehören zum Beispiel die qualvolle Überzüchtung und das frühe Töten nach nur rund einem Legejahr«, schließt Klosterhalfen.
 

 

 

Initiative Käfigfreie Mensa fast abgeschlossen

Im Jahr 2007 gründete Mahi Klosterhalfen, damals noch Student, die Initiative Käfigfreie Mensa, mit dem Ziel, Umstellungen zu begleiten, durch die in Studentenwerken keine Käfigeier mehr verwendet werden. Mit der Hilfe von anderen Studierenden konnte er damals beim Studentenwerk Düsseldorf erfolgreich eine Umstellung anregen. Wolfgang Schindler, unser Stiftungsgründer, unterstützte die Initiative, indem er einen Teil der anfallenden Kosten übernahm. Nach weiteren Erfolgen lud er Mahi Klosterhalfen ein, dem Vorstand der Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt beizutreten. So wurde aus der Initiative eine Kampagne der Stiftung, die in den letzten Jahren durch unser Unternehmenskampagnen-Team weitergeführt wurde.

Im Laufe der letzten Jahre konnten wir mit fast allen Studentenwerken über die Beendigung der Käfigei-Verwendung sprechen. Wir freuen uns sehr, heute vermelden zu können, dass alle Studentenwerke beschlossen haben, keine Käfigeier mehr einzusetzen. 56 der 58 Studentenwerke haben dieses Entschluss bereits in die Tat umgesetzt, während bei zwei Studentenwerken nur noch die passenden Lieferanten gefunden werden müssen, was nur eine Frage der Zeit ist (ein weiteres Studentenwerk ist sich noch nicht sicher, ob es in Ausnahmefällen zu Lieferengpässen kommen kann).

Ein Projekt, das weitere Schritte ermöglicht

Sehr erfreulich ist, dass das Thema »Käfigeier« praktisch immer als Einstiegspunkt für weitere Gespräche diente. So tauschen wir uns inzwischen mit über 40 Studentenwerken über vegane Gerichte aus, wobei wir schon in vielen Fällen den Ausbau und die Verbesserung des veganen Angebots aktiv begleiten konnten. Dies ist ein klassisches Beispiel dafür, wie reine Tierschutzprojekte weiterführende Entwicklungen begünstigen können.

Wir danken den Verantwortlichen der Studentenwerke, die stets interessiert am Austausch mit uns sind. Ein Dank gilt außerdem den Zuständigen beim Deutschen Studentenwerk (Dachverband), die unsere Tierschutz- und Vegan-Anregungen immer wieder aktiv begleiten. Ebenfalls danken wir den Verantwortlichen der Österreichische Mensen Betriebsgesellschaft mbH, bei denen es eine ganz ähnliche Entwicklung gegeben hat (Zusammenarbeit beim Käfigei-Ausstieg und erste Schritte, um das vegane Angebot auszubauen).

 

 

Schnabelkürzen in Niedersachsen ab 2017 verboten

Nachdem Niedersachsens Landwirtschaftsminister Meyer das Schnabelkürzen per Erlass zum 31.12.2016 verboten hat, steht durch einen Beschluss von KAT jetzt fest, dass dieses Verbot für alle Betriebe gelten wird, die Eier an deutsche Supermarktketten verkaufen. Betroffen sind 65 Mio. Hennen. Dies ist ein großer Erfolg für die Kampagne der Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt. Die Stiftung rechnet mit Mehrkosten von mindestens 4 Cent pro Ei.

Die Haltungsbedingungen für Legehennen sind bislang so schlecht, dass die Hennen Verhaltensstörungen entwickeln und sich gegenseitig verletzen und töten würden, wenn man ihnen nicht als Küken die Schnabelspitzen entfernen würde.

Da diese Prozedur äußerst schmerzhaft ist und auch nicht die Ursache des Problems angeht, setzt sich die Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt seit 2010 für ein Ende dieser Amputationen unter gleichzeitiger Verbesserung der Haltungsbedingungen ein. Letzteres kann die Amputationen unnötig machen.

Die Forderung fand auch bei der Politik gehör. So wurde der Ausstieg aus dem Schnabelkürzen zunächst mit in den niedersächsischen Tierschutzplan aufgenommen. Landwirtschaftsminister Meyer kürzlich per Erlass festgelegt, dass das Schnabelkürzen in Niedersachsen bis Ende 2016 auslaufen wird.

Das Verbot in Niedersachsen wurde schon vor der Herausgabe des Erlasses angekündigt. Deshalb hat sich die Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt Anfang des Jahres an alle großen Supermarktketten gewendet und sich dafür stark gemacht, das niedersächsische Verbot auf alle Hennenhalter im In- und Ausland auszuweiten, die Eier an deutsche Supermärkte liefern. Die Supermärkte können dies von ihren Lieferanten einfordern. Koordinieren lassen sich solche Schritte am besten über den Verein für kontrollierte alternative Tierhaltung (KAT). Die Supermarktketten fordern schon jetzt von ihren Lieferanten, KAT-zertifiziert zu sein, weshalb sich auch fast alle Halter am System beteiligen. KAT kann Anforderungen festlegen, die über die gesetzlichen Mindeststandards hinausgehen. Als Ergänzung zu den Gesprächen mit den Supermarktketten hat die Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt deshalb den KAT-Vorstand im Rahmen eines Online-Appells aufgefordert, das niedersächsische Schnabelkürzverbot für alle Halter im System zu übernehmen.

Der KAT-Vorstand ist dieser Forderung jetzt nachgekommen. »Dieser Beschluss bedeutet das Ende des Schnabelkürzens für die meisten der 38 Millionen deutschen Legehennen sowie für rund 30 Millionen Hennen im Ausland, die für den deutschen Markt Eier legen müssen«, erläutert Mahi Klosterhalfen, geschäftsführender Vorstand der Albert Schweitzer Stiftung und schließt mit: »Jetzt müssen die Bedingungen für die Hennen deutlich besser werden, damit der Schnabelkürz-Ausstieg ein Erfolg wird. Ohne Preiserhöhungen ist der Ausstieg nicht machbar.«

Die Stiftung geht davon aus, dass die Preise um mindestens 4 Cent pro Ei steigen müssen. Die Mehrkosten entstehen u. a. durch eine bessere Aufzucht, Beschäftigungsmaterial, besseres Futter und ein intensiveres Stallmanagement.

Quelle: Albert - Schweitzer - Stiftung, 25. 07. 2014

 

 

 

 

Schlachtzahlen 2013: mehr Tiere getötet

Die Schlachtzahlen sind im Jahr 2013 gegenüber dem Jahr 2012 um 10,4 Mio. Tiere gestiegen. Damit hat die Fleischindustrie zwei Drittel des Rückgangs aus 2012 wieder aufgeholt. Dies geht aus den jüngst veröffentlichten Daten des Statistischen Bundesamts hervor.

Getrieben wurden die steigenden Schlachtzahlen von der Hühnerfleischindustrie, die im Jahr 2013 rund 17,3 Mio. mehr Hühner geschlachtet hat als im Jahr davor. Den größten Rückgang gab es bei den Enten mit 5,7 Mio. weniger geschlachteten Tieren. Bei den Puten beläuft sich der Rückgang auf 1 Mio. Tiere. Auch die anderen Bereiche sind leicht rückläufig, mit Ausnahme eines Anstiegs bei den geschlachteten Schweinen um 0,7 %.

Insgesamt lag die Zahl der in Deutschland geschlachteten Tiere im Jahr 2013 bei 765 Millionen, was einem Anstieg von 1,38 % entspricht.

Warum dieser Anstieg der Schlachtzahlen?

Wie man aus den oben genannten Zahlen schon herauslesen kann, wäre es ohne den Anstieg bei den Hühnerschlachtungen erneut zu einem Rückgang der Schlachtzahlen gekommen. Warum wächst die deutsche Hühnerfleischindustrie also im Gegensatz zu fast allen anderen Bereichen? Als wichtigster Grund sind aus unserer Sicht die wachsenden Exporte zu nennen. Laut Daten der FAO haben sich die deutschen Geflügelfleischexporte in den letzten zehn Jahren mehr als verdreifacht, während die Importe kaum angestiegen sind.

Bewertung des Anstiegs mit Blick auf die Bewegungen

Bei der Frage, welche Rückschlüsse sich aus den gestiegenen Schlachtzahlen auf den Erfolg der Arbeit der Tierschutz- und Tierrechtsbewegungen schließen lassen, muss bedacht werden, dass diese Bewegungen keinen oder zumindest fast keinen Einfluss auf die Exporte haben. Die Informationsarbeit der Bewegungen zielt auf den Konsum ab, der daher ein besserer Indikator für den Erfolg unserer Arbeit ist. Aber auch hier gibt es Probleme:

  • Die Konsumdaten werden deutlich unregelmäßiger erhoben als die Schlachtdaten,
  • neben der Informations- und Kampagnenarbeit wirken sich auch andere Faktoren auf den Fleischkonsum aus: insbesondere die Fleischpreise und im Sommer das Wetter (Stichwort »Grillsaison«).

Fazit: Schlachtzahlen beobachten; mehr und klügere Taten

Die Schlachtzahlen genau zu beobachten, halten wir für wichtig, denn das trägt zum Verständnis von Entwicklungen bei. Welchen Erfolg unsere Bewegungen haben, lässt sich aber kaum an Statistiken wie den Schlachtzahlen ablesen, da zu viele Faktoren im Spiel sind, auf die wir (fast) keinen Einfluss haben. Steigende Schlachtzahlen sind zwar bedrückend, aber die eigentliche Frage ist, wie viel höher die Schlachtzahlen ohne unsere Arbeit wären. An dieser Frage sollten wir uns messen, denn hier wird deutlich, was wir bewegen und wie gut oder schlecht unsere Hebel wirken.

Die Beantwortung dieser Frage ist derzeit noch zu einem großen Teil Spekulation. Eine der Hauptaufgaben unseres Wissenschaftsressorts ist es, diesen Zustand zu ändern, denn um unsere Arbeit zu verbessern, ist es zunächst essentiell, Wirkungen zu messen und sie zu verstehen. Die Erkenntnisse des Ressorts haben also unmittelbare Auswirkungen auf den Erfolg und den weiteren Ausbau unserer Arbeit. Und diese Erkenntnisse teilen wir gerne mit anderen Organisationen, denn noch wichtiger als der eigene Erfolg ist uns der Erfolg unserer Bewegungen.

Quelle: Albert-Schweitzer-Stiftung

 

 

Hühner - Großschlachthof Ahlhorn verhindert

Veröffentlicht am 26. Jan 2014

Erfolg: Der im niedersächsischen Ahlhorn (Teil der Gemeinde Großenkneten im Landkreis Oldenburg) geplante Großschlachthof der Firma Kreienkamp, in dem mindestens 120.000 Hühner pro Tag geschlachtet werden sollten, wird nicht gebaut.

Zu diesem Erfolg kam es auf einem unüblichen Weg: Aufgrund der Proteste im Vorfeld entschied sich der Gemeinderat zum ersten Mal seit über 40 Jahren, die BürgerInnen von Großenkneten offiziell nach ihrer Meinung zu befragen. Die Ergebnisse dieser Bürgerbefragung sind für den Gemeinderat zwar nicht bindend, aber der Rat hatte schon im Vorfeld signalisiert, sich dem Votum zu beugen.

Obwohl Großenkneten in einer agrarindustriell geprägten Region liegt und obwohl sich sowohl die ehemalige (und inzwischen wiedererstarkte) Agrarministerin Grotelüschen als auch die Ratsmehrheit um CDU und FDP für den Schlachthofbau aussprachen, kam es jetzt zu einer Ohrfeige für die Agrarindustrie im Allgemeinen und für das Unternehmen Kreienkamp im Speziellen: 56,37 % der Befragten stimmten gegen den Schlachthof in Ahlhorn und ließen sich nicht von den Versprechungen über die angebliche Schaffung von mehr als 100 Arbeitsplätzen und hohen Steuereinnahmen locken. Die Gegenargumente rund um die Grundwasserbelastung, die qualitativ minderwertigen Arbeitsplätze, die tatsächlich geplanten Schlachtzahlen (Warum einen Schlachthof bauen, in dem 240.000 Hühner pro Tag getötet werden können und diese Kapazität nur zur Hälfte nutzen?) und die generellen Auswüchse der Agrarindustrie überwogen. Die Wahlbeteiligung lag mit 63,25 % vergleichsweise hoch.

Zu verdanken ist dieser Erfolg vor allem dem lokalen Bündnis »MUT – Mensch, Umwelt, Tier«, in dem sich BürgerInnen gegen die Genehmigung des Schlachthofs engagierten. Wilfried Papenhusen, der Sprecher des Bündnisses, sagte gegenüber der taz treffend: »Die Bürger haben hier ein Projekt gestoppt, das schon als besiegelt galt«.

Zweiter Anlauf für den Schlachthof in Ahlhorn

Ganz verhindert schien das Projekt dann aber eine Zeit lang doch nicht, denn die Firma Kreienkamp verhandelte mit einem Unternehmen, das die Genehmigung hat, ein Gewerbegebiet in Ahlhorn zu errichten. Es kam erneut zu Protesten, die ihre Wirkung nicht verfehlten: Die Verhandlungen wurden abgebrochen, das Schlachthof-Projekt ist jetzt endgültig verhindert.

Die Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt gratuliert den Aktiven und freut sich mit ihnen über den Erfolg!

Weil sich immer mehr Menschen aktiv gegen Tierfabriken sowie für die Alternativen einsetzen und sich auch die Gesetzeslage vorteilhaft entwickelt, wird es für die Agrarindustrie immer schwieriger, sich auszubreiten. Lassen Sie uns dieses System in den nächsten Jahrzehnten gemeinsam abschaffen!

Quelle: Albert-Schweitzer-Stiftng

 

 

Eier und Hühnerfleisch sollen durch pflanzliche Proteine ersetzt werden.  

 

Das Forschungslabor von Hampton Creek Foods befindet sich in einer Gegend von San Francisco, in der haufenweise kleine Startups beheimatet sind. Im ehemaligen Industriegebiet South of Market sitzen heute überwiegend kleine Softwarefirmen oder Entwickler von Apps. Bei Hampton Creek dagegen wird gebraten, gerührt und gebacken: Omeletts, Mayonnaise und Kekse entstehen hier, und all das ohne Hühnereier.

Nichts weniger als einen Ersatz für das Ei zu finden hat sich die Firma vorgenommen. Das ist kein kleines Studenten-Startup – hinter dem Unternehmen stehen die Gründer von Microsoft, PayPal und dem Computerhersteller Sun. Ein Produkt haben sie bereits bis zur Marktreife entwickelt: "Just Mayo" heißt die eierfreie Mayonnaise, die es bereits in Supermärkten und Bioläden zu kaufen gibt.

Die Wissenschaftler der Firma zermahlen bei ihrer Forschung systematisch proteinhaltige Pflanzen und suchen unter dem Mikroskop nach molekularen Gemeinsamkeiten mit Hühnereiern. Bislang haben sie rund 1500 Pflanzenarten analysiert und dabei elf Treffer erzielt.

Vor allem Bohnen kommen in Frage. Der Vorstandsvorsitzende der Firma, Josh Tetrick, sagt: "Pflanzen sind nachhaltiger – weniger Treibhausgase, weniger Wasserverbrauch, kein Tier ist beteiligt und das Ganze wird am Ende billiger. So wird das Essen besser."

 

Quelle: Die WELT, Bericht von Terence Chea

 

 

In NRW sollen männliche Küken länger leben
 

Bislang werden männliche Küken unmittelbar nach der Geburt vergast oder geschreddert. Damit ist nun Schluss - zumindest in Nordrhein-Westfalen. Doch die Züchter könnten das Verbot umgehen.
Nordrhein-Westfalen untersagt als erstes Bundesland die massenhafte Tötung männlicher Küken. Die entsprechenden Verfügungen haben die Behörden vergangene Woche den Brütereien zugestellt. Die Betriebe können innerhalb von vier Wochen gegen die Verfügung klagen, bevor sie in Kraft tritt, teilte das Landwirtschaftsministerium in Düsseldorf mit. Die Brütereien haben eine einjährige Übergangsfrist. Bis zum 1. Januar 2015 müssen Alternativen gefunden sein.
Die sogenannten Eintagsküken werden bei der Legehennen-Zucht in Großbetrieben bislang als unerwünschtes Nebenprodukt umgehend getötet. Das betrifft etwa 50 Millionen männliche Küken jährlich. Die Brütereien in NRW hätten daran einen Anteil von 5,4 Prozent, teilte das Ministerium mit. Produzentenland Nummer eins in Deutschland ist Niedersachsen.
Die Zucht von Legehennen ist ausschließlich auf die Produktion von Eiern ausgerichtet. Für die Mast sind die männlichen Küken nicht geeignet. Nach Ministeriums- Angaben ist es in der EU gängige Praxis, die männlichen Eintagsküken für die Legehennenproduktion direkt nach dem Schlüpfen zu töten. "Die Methoden reichen dabei über das Schreddern bis hin zu Vergasung", heißt es.
Hintergrund des aktuellen Vorstoßes ist eine neue Rechtsauffassung der Staatsanwaltschaft Münster, die das Töten männlicher Eintagsküken als tierschutzwidrig ansieht. "Tiere sind Lebewesen und keine Abfallprodukte landwirtschaftlicher Produktionsprozesse", sagte Landwirtschaftsminister Johannes Remmel von den Grünen.

Quelle: Süddeutsche Zeitung 23.12.2013

 

 

Das Wiesenhofer Feigenblatt


 

Während in Wietze 7.000 Menschen vor dem Megaschlachthof der Fa. Wiesenhof für die Abkehr von der Agrarindustrie demonstrieren, wirbt Oliver Kahn in der Werbung für den leckeren Wiesenhof-Bruzzler und der Werder-Bremen-Kapitän Clemens Fritz findet in einem Video auf der Wiesenhofseite "Privathofgeflügel", dass es den Küken nach dem neuen "Tierwohlkonzept" dort sehr gut geht und sie schon einen gewissen "Luxus" vorfinden. Wahrscheinlich werden sie auch noch in einem mit Watte gefüttertem Korb nach Wietze befördert, um dort nach dem Tierwohlkonzept behutsam eingeschläfert zu werden.

Verlogene Welt. Privathof und Tierwohlkonzept! Wie mögen sich die Werbetexter von Wiesenhof amüsiert haben, als sie diese Schlagwörter ausgegraben haben.

 

 

7000 Menschen fordern Abkehr von Agrarindustrie

Europas größter Geflügelschlachthof in Wietze/Celle mit Menschenkette umzingelt / DemonstrantInnen fordern drei Wochen vor Bundestagswahl grundlegende Agrarwende von den Parteien Wietze/Celle, 31.08.2013 |

7000 Menschen haben am Samstag (31.08.2013) Europas größten Geflügelschlachthof im
niedersächsischen Wietze mit einer Menschenkette umzingelt. Die DemonstrantInnen forderten drei Wochen vor der Bundestagswahl unter dem Motto „Wir haben Agrarindustrie satt!“ eine grundlegende Agrarwende. Der Megaschlachthof in Wietze sei ein Symbol für die „verfehlte Agrarpolitik der schwarz-gelben Bundesregierung“, erklärten die VeranstalterInnen. Zu der Großdemonstration hatte ein breites Bündnis aus Bauern-, Umwelt-, Entwicklungs- und
Tierschutzverbänden aufgerufen.
 

Christoph Bautz vom Kampagnennetzwerk Campact sagte: „Wir Bürger haben die Agrarindustrie satt. Wir wollen Essen auf unserem Teller, dem wir vertrauen können, und kein Fleisch von Tieren, die mit Antibiotika vollgepumpt, mit Gensoja gefüttert und in Megaställen zusammengepfercht werden. Eine neue Bundesregierung muss die Agrarwende einleiten –
für eine ökologischere und bäuerliche Landwirtschaft!“
 

Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, forderte auf der Abschlusskundgebung eine neue Agrarpolitik für Deutschland. „Immer mehr Tiere in immer größeren Ställen – das ist ein Irrweg. Neue Megaställe bedeuten millionenfaches Tierleid und als Folge eine zerstörte Umwelt mit nitratbelasteten, sinkenden Grundwasserpegeln. Die Behebung der Umweltschäden wird dann auf die Allgemeinheit umgelegt, die zahlt nicht der Verursacher. Auch deshalb ist Fleisch viel zu billig. Diese Intensivhaltung ist zudem nur mit Antibiotikaeinsatz
machbar, die Antibiotikafrage ist eben auch eine Systemfrage. Wir brauchen höhere, gesetzlich vorgeschriebene Standards und wir brauchen eine neue Förderpolitik“, sagte Schröder.
 

Johanna Böse-Hartje, Biobäuerin vom Bund der Milchbauern (BDM) und der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) sagte: „Die Chance für eine Agrarwende war noch nie so groß wie derzeit. Gleich nach der Bundestagswahl wird über die Umsetzung der EU-Agrarreform in nationales Recht entschieden. Statt Tierfabriken noch stärker zu subventionieren, wie Frau Aigner das will, müssen bäuerliche Betriebe stärker gefördert werden. Lasst uns am 22. September die Agrarindustrie abwählen.“
 

Uschi Helmers von der Bürgerinitiative Wietze sagte: „Jeden Tag sollen hier in diesem Schlachthof 430.000 Hühner geschlachtet werden. Das ist viel zu viel. Um den Schlachthof auszulasten müssten über 200 neue Megaställe gebaut werden. Doch überall im Land wächst der Widerstand. Die Menschen wollen Bauernhöfe und keine Agrarfabriken.“

 

Pressemitteilung der Kampagne Meine Landwirtschaft
Marienstraße 19-20
D -10117 Berlin

 

 

 

Mit einem Klick auf das Foto gelangen Sie zu einem beeindruckenden Bericht des Tierschutzvereins Hannover und Umgebung e.V. über die Demonstration in Wietze.

 

 

Foto: Bürgerinitiative Wietze -  http://www.bi-wietze.de/

 

 

 

Aktuelle Maststallkarte von proM.U.T.e.V.

Über das Bild kommen Sie direkt auf die aktuelle Maststallkarte von proM.U.T.e.V.

 

 

 

 

 

 

Der Fußball-Bundesligist Werder Bremen wirbt ab sofort mit einem Logo auf dem Trikot für die Firma Wiesenhof

Bundesligist geht Pakt mit dem Teufel ein

Stand: 10. August 2012

Bremen / Gerlingen, 10. August 2012 – Nach dem Bekanntwerden des Sponsorendeals zwischen Werder Bremen und Wiesenhof stellt die Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e.V. die ethischen Werte der Klub-Geschäftsführung in Frage. Eine Partnerschaft mit einem Konzern, der erwiesenermaßen für massive Tierquälerei und Rechtswidrigkeiten steht, ist nicht nur abwegig, sondern hochgradig skandalös. Der Fußballverein, der Studien zufolge regelmäßig ganz oben in der Gunst der deutschen Fußballfans steht, hat sich mit dieser Kooperation sämtliche Sympathien verspielt und ein Eigentor geschossen.

„Kein Tierfreund unter den Werder-Fans wird das Trikot mit dem Schandfleck überziehen“, so Dr. Edmund Haferbeck, Agrarwissenschaftler und Rechtsberater bei PETA. „Ordner voller Rechtsverstöße bis hin zu kriminellen Machenschaften werden nunmehr peu à peu die Transparenz hinter dem Geschäftsprinzip Wiesenhof, das stellvertretend für die gesamte Geflügelbranche steht, enthüllen – dafür wird PETA garantieren.“

Erst im Juli sorgte Wiesenhof abermals für negative Schlagzeilen, nachdem PETA-Ermittler katastrophale Zustände auf einer niedersächsischen Entenfarm vorfanden. Bereits 2010 und 2011 hatte die Tierrechtsorganisation inakzeptable Bedingungen auf Puten- und Hühnerfarmen von Wiesenhof dokumentiert und damit das wahre Ausmaß der industriellen Landwirtschaft zum Vorschein gebracht.

Quelle: PETA, 10. August 2012

Presseerklärung der Firma Wiesenhof

 Sportchef von Werder Bremen:

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" Überrascht bin ich nur, wie leicht Menschen auf einen Zug aufspringen, ohne etwas zu wissen.“
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Quelle: BILD

 

 

 

 

So werden in Schweizer Schlachtfabriken die Hühner getötet.

Auszug aus der Webseite http://www.vgt.ch/vn/0002/huehner.htm

... Die lebenslänglich in konstantem Klima gehaltenen, von den Schrecken dieser Nacht und vom eisigen Fahrtwind auf dem LKW erschöpften Geschöpfe werden aus den Transportkisten gerissen.

 

Mit raschen, roboterhaften Bewegungen packt die weiss gekleidete und hygienisch vermummte Person die Hühner an den Beinen und hängt sie Kopf nach unten an die langsam vorbeilaufenden Bügel. Eine kurze Weile flattern die Tiere in Panik und versuchen, dieser unnatürlichen, beängstigenden Situation zu entfliehen.

 

Dann sind die Tiere völlig erschöpft und hängen apathisch an den weiterlaufenden Bügeln. Der Weg des Transportbandes ist absichtlich lang, damit die Tiere ruhig gestellt sind, wenn sie das Elektrobad erreichen Sie seien rasch "beruhigt", sagen die Schlächter.

 

In Wirklichkeit sind sie nicht "beruhigt", sondern halb tot vor Angst. Einige Tiere halten die Augen geschlossen, den Schnabel leicht geöffnet, hächelnd. Auf Berührungen reagieren sie kaum noch. Andere halten den Kopf in den Nacken gekrümmt - Angststarre.

Das Förderband mit den an den Füssen hängenden jungen, ausgebeuteten und zur Ausschussware degradierten Hennen bewegt sich langsam durch eine Oeffnung in den nächsten Raum, zum Betäubungsbecken. Darin hat es Wasser, das unter Hochspannung steht.

 

Die Köpfe der Tiere tauchen ein. Vorher oft noch ein heftiges Flügelschlagen. Offenbar werden die Ankommenden gelegentlich von der bereits eingetauchten Vorgängerin elektrisiert, wenn sich die nassen Flügel berühren.

 

Nach einigen Sekunden werden die Tiere von dem mit konstanter Geschwindigkeit laufenden Förderband, immer noch mit den Füssen in den Bügeln hängend, wieder aus dem Betäubungsbecken herausgezogen - die meisten sind dann betäubt.

 

Nach dem Betäubungsbad wird der Kopf der betäubten wie auch der nicht-betäubten Tiere automatisch zwischen zwei Schienen gezogen und läuft an einem rotierenden Messer vorbei, welches den Hals aufschneidet.

 

Tiere, welche es - nachdem sie das Elektrobad  überstanden haben - auch noch schaffen, diesem Messer zu entgehen, werden von einem Schlächter ergriffen und erhalten den Halsschnitt von Hand. Nach einiger Zeit hat dann auch ihr Leiden ein Ende. ...

 

 

Niedersachsen plant 2012

200 neue Hühnermastanlagen

VIER PFOTEN kritisiert Bauboom

Hannover / Hamburg, 6. Januar 2012 – Trotz Protesten von  zahlreichen lokalen Bürgerinitiativen planen Investoren dieses Jahr den Bau von 200 neuen Hühnermastanlagen in Niedersachsen. Dies geht aus einer aktuellen Anfrage der Grünen im Niedersächsischen Landtag hervor. Die Tierschutzorganisation VIER PFOTEN übt jetzt heftige Kritik an den geplanten Anlagen. Den Investoren ginge es nur um Profit, zigtausendfache Tierquälerei sei vorprogrammiert. VIER PFOTEN fordert eine landesweite Änderung im Baurecht. Der Bau von Mastanlagen dürfe nicht länger privilegiert werden. Zudem müsse das bestehende Brandschutzrecht bei Genehmigungsverfahren strenger kontrolliert werden. Noch immer sterben jedes Jahr tausende Tiere bei Bränden, weil Bauherren ungestraft auf Brandschutzmaßnahmen verzichten.

„Hühner werden in der Geflügelindustrie wie Autos am Fließband produziert und geschlachtet. Der Bau immer neuer Mastanlagen muss endlich aufhören“, sagt Kampagnenleiterin Dr. Martina Stephany von VIER PFOTEN. Hühner werden meist in fensterlosen Hallen gehalten, sie sehen niemals das Sonnenlicht. Standard ist, das 18 oder mehr Hühner auf einem Quadratmeter leben, und ihr Leben lang auf ihrem eigenen Kot stehen. Bereits nach 35 Tagen erreichen die Hühner mit 1,8 Kilogramm ihr sogenanntes „Schlachtgewicht“. Beim Schlüpfen wiegt das Küken nur 40 Gramm. Diese extreme Gewichtszunahme kann nur durch Qualzuchten erreicht werden, kritisiert VIER PFOTEN. Die Hühner sind darauf gezüchtet, so schnell wie möglich zuzunehmen. Als Folge brechen die Tiere oft unter ihrem eigenen Gewicht zusammen, entwickeln missgebildete Fußballen, können nicht mehr laufen. Aufgrund der extremen Leistungszucht und der schlechten Haltungsbedingungen sterben schon vor der Schlachtung allein in Deutschland pro Jahr 30 bis 45 Millionen Tiere. Sie werden als „Abfall“ entsorgt.


 

 

Vorbemerkung

 

 

Sind Sie schon einmal an einer der absichtlich unauffällig in schlichtem Grau gehaltenen Hühnermastanlagen oder Brütereien vorbei gefahren und haben sich gefragt, wie es wohl darin aussehen mag?

 

Haben Sie gewusst, dass sich in einer Mastanlage zigtausende von Hühnern befinden und eng aneiander gepfercht im Durchschnitt 33 Tage auf ihren Tod im Schlachthof warten? Dass zwischen ihnen etliche schon vor der Schlachtung sterben und von ihren Leidensgenossen aufgepickt werden? Quelle: ETN  (Europäischer Tier- und Naturschutz e.V.)

 

Sie finden das schlimm? Ist es nicht, denn nach den derzeit geltenden EU-Richtlinien dürfen Masthühner mit einem Gesamtgewicht von insgesamt 33 kg auf einen Quadratmeter eingepfercht werden. Bei einem angenommenen Gewicht von

1.650 Gramm je Huhn (Annahme der Zeitschrift Spiegel) ergibt das 20 Hühner.  Jedem Huhn stehen somit 500 qcm zu.

Das entspricht einer Fläche von 20 x 25 cm, kleiner als eine DIN - A4 - Seite.

      Durch einen Klick auf das Foto gelangen Sie zu einem Film des ETN über das Leben in einer Hühnermastanlage.

 

Haben Sie gewusst, dass in Brütereien von den Legehühnern nur die Hennen überleben dürfen? Kaum aus dem Ei geschlüpft, werden die Küken nach ihrem Geschlecht getrennt auf Transportbänder geworfen, die Hennen für den Schlachthof, die Hähnchen zum Vergasen.  

 

Proteste seitens der Bevölkerung gibt es fast ausschließlich nur in der Nähe neu geplanter Anlagen. Doch diese richten sich leider überwiegend nur gegen die Betreiber, aus Angst vor dem Gestank und der finanziellen Abwertung ihrer Häuser.

 

Wie es den Tieren in den Gettos ergeht, können Sie auf dem von ETN bei youtube veröffentlichten Film sehen. Sie müssen nur auf das oben rechts befindliche Foto klicken. Aber Vorsicht, es ist nichts für schwache Gemüter!

 

Aber auch Rinder und Schweine erleiden schreckliche Qualen. Lesen Sie den weiter unten zu findenden Bericht von TASSO e.V.

 

p.s. Haben Sie schon eimal Ihren Bundestags- oder Landtagsabgeordneten gefragt, was er von dieser Qual der Tiere hält?

 

Kennen Sie das deutsche Tierschutzgesetz?

 

Kennen Sie die RICHTLINIE der EU mit Mindestvorschriften zum Schutz von Masthühnern?

 

 

Bei Adenstedt, nahe Peine wird Stall mit Freilandgehege gebaut

Die Brandanschläge auf die Hähnchenmastbetriebe bei Alvesse (Vechelde) und Mehrum dürften Jan Dettmer bestärkt haben: Er baut einen Legehennen-Stall.

"Jeder Landwirt muss selbst entscheiden, was für ihn das Beste ist", will Dettmer nicht über seine Berufskollegen urteilen, die auf die in der Bevölkerung so umstrittene Hähnchenmast setzen. "Bei mir hat sich jedenfalls noch keiner beschwert über meinen Legehennenstall mit Freilandhaltung bei Adenstedt", ist der Landwirt sehr froh. Von Mahnwachen vor seinem Hof oder Demonstrationen kann auch keine Rede sein.

Mitte September hat Dettmer mit dem Bau des Legehennen-Stalls südlich von Adenstedt begonnen. "Der Abstand zur Wohnbebauung beträgt 380 Meter", schildert Landkreissprecherin Katja Schröder – der Landkreis Peine hat den Bau der Anlage genehmigt. Der gesetzliche Mindestabstand beläuft sich laut Gemeinde Lahstedt auf 240 Meter.

Inzwischen ist der Rohbau des riesigen Stalls praktisch abgeschlossen. "Wir machen jetzt noch die Innenverkleidung", gibt Dettmer mit sehr wohltuender Ehrlichkeit Auskunft. "Anfang des nächsten Jahres wollen wir mit dem Innenausbau beginnen." Dann müssen zum Beispiel die Legebatterien installiert werden.

Für bis zu 14 985 Tiere ist dort im Stall Platz. Wobei das besondere ist: Dettmer setzt auf Freilandhaltung, und das heißt – der Stall befindet sich auf einem 65000 Quadratmeter großen Gelände, das bereits eingezäunt ist und auf dem sich die Hennen tummeln können.

Das niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (Laves) überprüfe regelmäßig beispielsweise den ordnungsgemäßen Auslauf der Tiere. "Drei Ermahnungen darf man sich einhandeln, dann ist der Freilandstatus weg", beschreibt Dettmer die Vorschriften. Eine solche Aberkennung sei auch gleichbedeutend mit erheblichen Einnahmeeinbußen.

Bei der Genehmigung der Legenhennen-Anlage hat der Landkreis Aspekte des Immissions-, Gewässer- sowie Naturschutzes berücksichtigt. Auch die Kreisbehörde wird Dettmers Anlage regelmäßig kontrollieren: Dabei geht es unter anderem um tierschutzrechtliche und tierseuchenrechtliche Punkte. "Sichergestellt werden muss, dass alle Tiere artgemäß fressen, trinken, ruhen, staubbaden sowie ein Nest aufsuchen können", nennt Katja Schröder ein Beispiel. Zudem sei erforderlich, dass "die Tiere einerseits nicht entweichen können, andererseits ausreichend Schutz vor widrigen Witterungseinflüssen, Beutegreifern und unbefugtem Zutritt haben".

Dettmer will den Einsatz von Antibiotika nicht ausschließen, sagt aber zugleich: "Ich werde die Mengen an Antibiotika und damit die Kosten möglichst gering halten." Der Landkreis werde Stichproben von Eiern und Geflügelfleisch auf Rückstände von Antibiotika sowie andere unerwünschte Stoffe überprüfen, kündigt Katja Schröder an.

Für Ende Februar plant Dettmer die Inbetriebnahme seiner Anlage, für Mitte Februar einen "Tag der offenen Tür" für die Bevölkerung.

Braunschweiger Zeitung 13.12.2011

 

96,4 Prozent der gemästeten Hühner in NRW erhalten Antibiotika

Jahrelang hat die Agrarindustrie den Verbrauchern vorgegaukelt, es gebe unbedenkliches Geflügelfleisch zum Schleuderpreis. Die jetzt veröffentlichte Studie im Auftrag des Verbraucherschutzministeriums NRW zeigt jedoch wieder einmal, dass Billigfleisch nur zu Lasten von Menschen und Tieren produziert werden kann. Die Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt fordert daher die schnelle Abkehr von den gängigen Mastmethoden.

Medikamente in der Massentierhaltung96,4 Prozent der gemästeten Hühner in NRW erhalten Antibiotika – im Durchschnitt drei, teilweise bis zu acht verschiedene Wirkstoffe. Da die Hühnermast sich in NRW nicht von der in anderen Bundesländern unterscheidet, lassen sich diese Ergebnisse nach Einschätzung der Albert Schweitzer Stiftung auf ganz Deutschland übertragen.

»Wenn mehr als 20 überzüchtete Tiere mit schwachen Immunsystemen auf einem Quadratmeter zusammengedrängt werden, muss sich niemand wundern, wenn der Antibiotikaeinsatz zur Routine wird«, erläutert Wolfgang Schindler, Präsident der Albert Schweitzer Stiftung. Krankheiten brechen auf diese Weise schnell aus. Hinzu kommt, dass die Mäster in die Versuchung kommen, die Medikamente als Wachstumsförderer einzusetzen, obwohl dies seit 2006 verboten ist. Das Problem dabei: Tierärzte, die von Mästern aufgefordert werden, Antibiotika zu verschreiben, sind leicht erpressbar. »Wenn ein Tierarzt es nicht mit seinem Gewissen vereinbaren kann, Antibiotika zu verschreiben, suchen sich die Mäster einfach einen Veterinär mit weniger Skrupeln«, so Rechtsanwalt Schindler weiter.

Der routinemäßige Antibiotikaeinsatz begünstigt die Entstehung multiresistenter Keime (MRSA), die auch für den Menschen gefährlich werden können.

Die NRW-Studie zeigt, dass bei extensiverer Haltung weniger Medikamente benötigt werden. Nur durch eine grundsätzliche Abkehr von den gängigen Mastmethoden lässt sich daher der Antibiotikamissbrauch in den Griff bekommen. Dazu gehört auch, dass wir unseren überzogenen Fleischkonsum mindestens drosseln. Wie das geht, erfahren Sie u.a. hier.

Albert-Schweitzer-Siftung 15.11.2011

 

 

 

Am Dienstag, dem 15. November 2011, fand im Haus der Wissenschaft in Braunschweig ein Leserforum der Braunschweiger Zeitung statt.

 

Es wurde im Internet live übertragen.

 

Diskussionteilnehmer:
 

- Rainer Wendt, Hähnchenmäster mit 120.000 Tieren in Zahrenholz aus dem Landkreis Gifhorn und Präsident des Bundesverbandes bäuerlicher Hähnchenerzeuger.

Bei ihm leben die Hühner "Wie Gott sie schuf!". Überschrift eines Artikel vom 05.11.2011 in der Braunschweiger Zeitung.


- Vera Steder aus dem Kreis Gifhorn, Landesvorsitzende des Deutschen Tierschutzbundes


- Heidemarie Helmsmüller, Abteilungsleiterin Tier- und Verbraucherschutz im Niedersächsischen Landwirtschaftsministerium


- Professor Ulrich Nöhle, Professor an der Technischen Universität Braunschweig für Lebensmittelqualität, Manager mit Erfahrungen aus der Lebensmittelbranche


- Eckehard Niemann, Hühnermastkritiker und Sprecher der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft

 

Mein Fazit

Das Forum habe ich wegen der Stromausfälle im Veranstaltungsraum leider nur teilweise am Bildschirm miterlebt. Darum nur ein Fazit zu dem von mir Gesehenen:

Mich erinnerte das Ganze eher an ein Gerichtsverfahren, da mein abschließender Eindruck war, dass der gute Mensch in persona von Herrn Rainer Wendt aus Zahrenholz, dem Hühnermäster, als Ankläger auf dem Podium saß und das Publikum der Angeklagte war.

Herr Wendt betonte, dass seine 120.000 Hühner in drei Ställen à 40.000 artgerecht gehalten werden. Er hat zwei Beschäftigte und „einige“ Auszubildende, die täglich einmal, manchmal auch zweimal, die Ställe betreten, um nach dem Rechten zu sehen und verstorbene Hühner zu entsorgen. Zudem betonte er, dass die Einwohner von Wietze überwiegend die in ihrem Ort erbaute Hühnerschlachtfabrik befürworten. Die dort laufend stattfindenden Protestkundgebungen würden größtenteils von angekarrten Personen besucht. Nur nach Protest aus dem Publikum nahm er süffisant lächelnd die Behauptung zurück. Er betonte, dass auch er lieber eine Hühnerfarm mit freilaufenden Hühnern betreiben würde, doch die hohe Nachfrage würde dieses leider nicht zulassen.

Frau Heidemarie Helmsmüller, Abteilungsleiterin Tier- und Verbraucherschutz im Niedersächsischen Landwirtschaftsministerium, gab gleichfalls klar zu verstehen, dass die heutige Mast auch in Bezug auf die hohe Anzahl der Hühner je qm artgerecht sei.

Herr Prof. Ulrich Nöhle warf dem Publikum lautstark vor, dass gerade dieses es sei, welche die Hühnermast zu verantworten habe, da der ungezügelte und übermäßige Genuss von Hühnerfleisch die Mastbetriebe und Schlachtereien geradezu zwingen würden, den steigenden Bedarf an Hühnerfleisch zu decken. Die Mast würde betrieben, da das Angebot die Nachfrage decken müsse. Die Überlegung, dass jedoch das übermäßige Angebot die Preise in den Keller jagt und somit ein Brathuhn nicht mehr als etwas Besonderes wie früher angesehen wird, kam ihm nicht.

Angeprangert wurden die übermäßige Verwendung von Antibiotika und das häufige Auftreten von Fußballenerkrankungen der Hühner in den Mastbetrieben. Dieses war auch Herrn Wendt bekannt. Er sagte, dass dieses Probleme seien, welche man aber sicher bald mit seiner Unterstützung als Präsident des Bundesverbandes bäuerlicher Hähnchenerzeuger in den Griff bekommen würde.

Nicht die Rede war von den furchtbaren Misshandlungen und der Tiere in den Mast- und den Schlachtanlagen. Hier hätten, ich konnte es in der Liveübertragung jedenfalls nicht sehen, Dias oder vielleicht sogar kurze Filme gezeigt werden müssen, um Herrn Wendt zu zwingen, hierzu Stellung zu nehmen. Aber auch die Reaktionen von Frau Helmsmüller und Herrn Nöhle wären sicher interessant gewesen.

So war es leider eine Veranstaltung, die lediglich die Herren Wendt und Nöhle sowie Frau Helmsmüller zufrieden nach Hause gehen ließen. Dem Publikum wurde mit einem Lächeln geraten, die Treppe zu nutzen, da im voll besetzten Fahrstuhl sicher ungute Gefühle aufkommen könnten.  

Jürgen Mewes

 

 

 

Die ARD-Reportage »Das System Wiesenhof« vom  31. August 2011

 

zieht auch mehr als zwei Wochen nach ihrer Erstausstrahlung weite Kreise.

 

Deutsche Großabnehmer von Geflügelfleisch reagierten relativ zurückhaltend auf die Ausstrahlung der Wiesenhof-Reportage.

 

REWE forderte Wiesenhof z.B. lediglich auf, eine Stellungnahme abzugeben. Konsequenzen? Wahrscheinlich keine.

 

In der Schweiz zeigte sich der Lebensmitteleinzelhandel entscheidungsfreudiger:

Die drei Supermarktketten Coop, Denner und Migros nahmen sämtliche Wiesenhof-Produkte aus den Regalen.

 

Als erstes deutsches Handelsunternehmen führt seit Anfang 2007 Coop keine Wiesenhofprodukte mehr.

 

 

Nachträgliche Anmerkung und Berichtigung der bisherigen Meldung der Albert-Schweitzer-Siftung:

In Vertretung der Fa. Wiesenhof bestätigte die Kanzlei Berding & Partner, Rechtsanwälte und Notare, diese Meldung am 17.09.2011 wie folgt:

Zwischen Wiesenhof und der coop eG, Kiel, bestehen bereits seit Anfang des Jahres 2007 keine vertraglichen Beziehungen mehr. Sie wurden seinerzeit auf vertraglicher Grundlage, ohne jeden Bezug auf die aktuelle Berichterstattung, beendet.

 

 

Außerdem hat der CSU-Politiker Gerhard Merkl sein Bundesverdienstkreuz zurückgegeben, weil der Wiesenhof-Konzernchef auch ein Bundesverdienstkreuz erhalten hat.

 

Nicht nur Wiesenhof steht unter Druck. Auch der Geflügelzuchtkonzern Lohmann Tierzucht geriet in die Schlagzeilen. Im Konzern wurden Küken die Kämme und die hinteren Zehenglieder ohne Betäubung amputiert, damit man die Geschlechter besser auseinanderhalten konnte.

 

Zur Verteidigung hieß es zeitweise noch, dass die Tiere ohne ihren Kamm besser sehen könnten.

 

Quelle: Albert-Schweitzer-Stiftung, 18. 09. 2011

 

 

 

Der am 05.09.2011 in Betrieb gegangene Schlachthof Wietze bei Celle ist Europameister. Dort werden jährlich ca. 129.600.000 Hühner geschlachtet. Das sind fast 130 Millionen.

130 Millionen getötete und gerupfte Hühner mit einer Länge je Huhn von ca. 25 cm ergeben ein Gesamtstrecke von 32.500 Kilometer pro Jahr. Das sind pro Monat ca. 2.700 Kilometer.

Der Erdumfang beträgt ca. 40.000 Kilometer. In nur knapp 15 Monaten wird somit die Strecke von Wietze nach Wietze, einmal rund um die Erde, erreicht. Toll!

Sind Sie auch darüber entrüstet?

Dann gehen Sie aber bitte für ein Huhn nicht nur auf die Straße, um dieses an der nächsten Tiefkühltheke im Supermarkt zu kaufen. Protestieren auch Sie durch Verzicht auf die in den Supermärkten angebotenen, im Schnellverfahren aufgezogenen und im Sekundentakt getöteten Tiere.

Übrigens Grillhähnchen im Supermarkt! Gibt es nicht mehr. Die werden sofort nach ihrer Geburt vergast. Lohnt nicht, sie setzen ja kein Fett an. Gut für sie, denn sie müssen nicht die jämmerliche Zwangsmast auf kleinstem Raum ertragen und dann nach ca. 33 Tagen im Schnellverfahren getötet werden.

 

Der überwiegende Anteil der Bevölkerung von Wietze steht offensichtlich zu dem Schlachthof. Bei der Kommunalwahl 2011 wurde der Bürgermeister Klußmann, dem der Schlachthof wie ein Sechser mit Zusatzzahl im Lotto erschien, wiedergewählt.

 

Wie sagte doch ein Wähler in Wietze:

"Irgendwo müssen die Viecher doch geschlachtet werden."

 

 Bürgermeisterwahl 2011 Wietze
 Vorläufiges Endergebnis 10 Wahlbezirke
 
  Klußmann / CDU       64,5%
  Oehler / SPD         24,1%

 

Hühnerschlachthof in Wietze am 05.09.2011 eröffnet. 432.000 Hühner werden dort täglich getötet. Die Anlage hat 325 Beschäftigte. Sehen Sie hier das Video vom NDR.

 


Am Mittwoch, 31. August 2011 lief in der ARD der Beitrag

Das System Wiesenhof - Wie ein Geflügelkonzern Tiere, Menschen und die Umwelt ausbeutet
Regisseur: Monika Anthes, Edgar Verheyen

Die Aufzeichnung sehen Sie hier!
 

 

 

Aus dem Gästebuch eines Tierrettungsdienstes:

Uns war ein Huhn zugelaufen und lebte ca. 2 Wochen in den Vorgärten. Getreidefeld ist abgemäht und Futter wird knapp. Keiner hat das Huhn vermisst. Durch ihre Hilfe wurde das Huhn eingefangen und dem Tierheim übergeben und somit vor dem Überfahren oder schlimmer dem Kochtopf gerettet. Prima und Dank!

 

 

Hühnerschlachtanlage Wietze

 

Europas größte Hühnerschlachtanlage in Wietze bei Celle soll im Spätsommer 2011 eröffnet werden.

 

Für die Genehmigung wurde die Freigabe für den Einlass des Schlachtwassers in die Aller erteilt und somit die letzte Hürde genommen.

 

Baukosten: ca. 70 Mio EUR

Subvention vom Land Niedersachen: 6,5 Mio EUR

 

"Wie ein Sechser im Lotto mit Zusatzzahl” ist die Anlage für Wietzes Bürgermeister Wolfgang Klußmann.

(Von Simon Ziegler, Cellesche Zeitung, 16.9.2009)

 

 

Foto März 2011: Wolfgang  Genannt, Cellesche Zeitung

 

Hier finden Sie eine vom BUND Braunschweig herausgegebene Einkaufshilfe, in der Bezugsquellen für nachhaltig und tiergerecht produziertes Frischgeflügel im Landkreis Wolfenbüttel aufgezeigt werden.

 

Hühnermast ist bei den Parteien keine Thema ...

 

Suche auf den Seiten dieser Parteien nach dem Begriff "Hühnermast" am 17.11.2010

CDU Anzahl Treffer:0
CSU Zutritt nur mit Passwort möglich.
FDP Es wurden keine mit Ihrer Suchanfrage - hühnermast - übereinstimmenden Dokumente gefunden.
SPD Es wurden zu Ihrer Suchanfrage keine übereinstimmenden Ergebnisse gefunden.
Grüne
Die Linke Ihre Suche nach: hühnermast hat leider keine Treffer ergeben.

 

... dagegen Stuttgart 21 umso mehr.

 

Suche auf den Seiten dieser Parteien nach dem Begriff "Stuttgart 21" am 21.11.2010

CDU
Anzahl Treffer: 12
CSU Zutritt nur mit Passwort möglich.
FDP Ergebnisse 72 für stuttgart 21
SPD Ihre Suche ergab 26 Treffer.
Grüne
Die Linke

Ergebnisse 98 der Suche nach: Stuttgart 21

 

Berichte und Anmerkungen

 

Datum Titel veröffentlicht von
27.08.2008 100.000 Hühner bei Großbrand erstickt. TASSO e.V.
18.07.2011 Ganz Niedersachsen streitet über Mastanlagen. Braunschweiger Zeitung
18.07.2011 Großfeuer zerstört Hühnermastanlage in Alvesse bei Salzgitter. Braunschweiger Zeitung
09.09.2010 Die Hühnermastanlage in Groß Denkte wird bereits gebaut. Braunschweiger Zeitung
26.08.2010 Warum kämpft Herr Klein nur für die Interessen der Bewohner? Webmaster
12.08.2010 Eine unüberlegte und gefährliche Aufforderung der Albert-Schweizer-Stiftung Albert-Schweizer-Stiftung
11.08.2010 Schlachthof in Wietze wird gebaut. Baustellenbewachung mit Hunden und Scheinwerfern. Cellesche Zeitung
10.08.2010 Polizei räumt Baugelände in Wietze für Schlachthof Braunschweiger Zeitung
28.07.2010 Uelzen: 40.000 Hühner qualvoll verendet  
17.07.2010 Hähnchenmast-Gegner in der Region geben nicht auf Braunschweiger Zeitung
16.07.2010 Geflügelschlachthof in Wietze darf gebaut werden  
08.04.2010 Missstände auch auf deutschen Rinder- und Schweine-Schlachthöfen TASSO e.V.
04.02.2010 Anzeige der Firma Wiesenhof in STERN, Ausgabe vom 04.02.2010 Zeitschrift "Stern"
23.12.2009 "Der Hühnermist landet direkt auf dem Acker" Braunschweiger Zeitung
23.12.2009 Bürger übergeben Einwendungen gegen Hühnermastanlagen an Landkreis Wolfenbüttel Udo Starke
08.12.2009 Klimasau Schlachthof Wietze - Gemeindepolitiker sehen Zukunft in der Geflügelmast utopia.de
09.05.2007 Ein Quadratmeter Stall soll (ab 01. Januar 2010) für 20 Hühner reichen Zeitschrift "Die Welt"

 

100.000 Hühner erstickt

Bericht von TASSO e.V. 24.08.2011

 

Vor wenigen Tagen ereignete sich erneut ein Zwischenfall in einem Mastbetrieb in Sachsen-Anhalt, der mehr als 100.000 Hühnern das Leben gekostet hat. In dem Betrieb fielen der Strom und womöglich auch die Notstromaggregate aus, was zu einem Ausfall der Belüftung führte. Laut Aussage von Fachleuten reichten bereits 30 Minuten ohne Luftzufuhr, die den Tieren zum Verhängnis wurden. 

Dieser jüngste Vorfall ist leider kein Einzelfall. Immer wieder kommt es im Rahmen der Massentierhaltung zu drastischen Unfällen und damit einhergehend zum Tod von Tieren. Unfälle, die es womöglich in der konventionellen Landwirtschaft so nicht geben würde, meint TASSO. Ein Ausweg aus dem Tierleid wäre, Produkte aus der Massentierhaltung zu meiden und Fleisch und Eier aus Bio-Betrieben oder von kleinen Landwirten zu kaufen. Bei Eiern zum Beispiel weisen Zahlen und Buchstaben, der sogenannte Erzeugercode, auf dem Produkt selbst auf die Herkunft hin. So steht 0 für die ökologische Erzeugung und 1 für Freilandhaltung. Eier mit der Ziffer 2 (Bodenhaltung) und 3 (Käfighaltung) sollte man zum Wohle der Tiere meiden.

 

Ganz Niedersachsen streitet über Mastanlagen

Bericht der Braunschweiger Zeitung vom 18.07.2011

 

Großfeuer zerstört Hühnermastanlage in Alvesse bei Salzgitter

Bericht der Braunschweiger Zeitung vom 18.07.2011

 

Die Hühnermastsnlage in Groß Denkte wird bereits gebaut.

Bericht der Braunschweiger Zeitung vom 09.09.2010  /  Von Kai-Uwe Ruf

GROSS DENKTE. Schon von der Bundesstraße 79 aus ist der lange rot-blaue Mast des Krans zu sehen. Er steht auf dem Grund, auf dem zwischen Groß Denkte und Sottrnar die Hähnchenmastanlage von Ulrich Löhr entsteht. Die Bauarbeiten haben begonnen.

100 Meter lang und 20 Meter breit soll der Stall für die Hähnchenzucht werden. Auf der Fläche ist die Erde bereits ausgehoben und der Boden mit Schotter aufgefüllt. Dort, wo später die Seitenwände des Stalls stehen sollen, sind in mehreren Metern Abstand Stahlstangen in den Boden eingelassen. Teile der Rückwand des Stalls stehen bereits.

Seit zwei Tagen baue eine Firma aus Oldenburg aus Betonfertigteilen die Außenwände des Stalls, sagt Ulrich Löhr. Eine Spezialfirma sei es. Mehr als die Hälfte der Gewerke seien aber an Unternehmen aus dem Landkreis vergeben, betont der Landwirt. So schaffe die von vielen abgelehnte Anlage auch Arbeit im Kreis.

In etwa zehn Tagen sollen die Außenwände des Stalls stehen. Anschließend sollen ebenfalls vorgefertigte Holzteile des Daches aufgesetzt und ein wasserdichter Betonboden eingegossen werden. Tränke, Fütterungs- und Klimatechnik sollen eingebaut werden. Ende November soll der Stall in Betrieb genommen werden, plant Löhr.

 

Auf seiner Homepage http://www.stefanklein-mdl.de/ setzt sich der Niedersächsische Landtagsabgeordnete Stefan Klein mit nachstehendem Beitrag dafür ein, dass die Kommunen Einfluss auf die Genehmigungsverfahren nehmen können:

 

Wird die A7 zum “-Highway” ?

 

In der Umgebung von Lesse und Cramme sollen neue Hühnermastställe entstehen, die als Zulieferer für einen großen Schlachthof in Celle dienen würden.
Durch den geplanten Neubau von Hühnermastställen in der näheren Umgebung von Lesse und Cramme befürchten die Anwohner negative Auswirkungen durch Geruchs-, Lärm- und Schadstoffimmissionen.

 

Die Bürger haben Ihren berechtigten Protest bereits zum Ausdruck gebracht. Im September 2009 wurden von der Bürgerinitiative gegen die Anlagen nahe Lesse Oberbürgermeister Klingebiel und den Bürgermeistern Klein und Eppers bereits über 300 Unterschriften übergeben. Die Bürgerinitiative trifft sich regelmäßig, um den Bau der Anlagen nahe Lesse zu verhindern. Der Rat der Stadt Salzgitter hat eine Resolution verabschiedet und eine Stellungnahme der Verwaltung, in die die Bedenken von Politik und Bürger/innen eingearbeitet wurden.

Die Abgeordneten der SPD-Fraktion im Niedersächsischen Landtag, Marcus Bosse und Stefan Klein haben in einer Landtagsanfrage die Planungen zum “-Highway auf der A7″ hinterfragt und sind sich sicher, dass diese beiden Standorte nur der Anfang von Stallneubauten in unserer Region darstellt. Nach Schätzungen werden für eine Kostendeckung des Celler Schlachthofes mindestens ca. 200 Hühnermastställe in der Region benötigt.
Dieser Zustand ist so für die Region nicht hinnehmbar.

Gemeinsam mit der SPD-Fraktion im Niedersächsischen Landtag fordern sie von der Landesregierung mehr Planungs- und Entscheidungskompetenzen für die Kommunen, um tatsächlich Einfluss auf die Genehmigungsverfahren nehmen und unter Umständen auch Anlagen verhindern zu können.

 

 

Anmerkung

Herr Klein hat auf seiner Seite eine Kontaktadresse, über die man ihn mit einem Klick erreichen könne. Ich machte davon Gebrauch und bat ihn, sich nicht nur für die Interessen der Bewohner einzusetzen, sondern auch gegen die qualvolle Haltung der Tiere zu protestieren.

Nachdem er nicht auf meine erste Nachricht geantwortet hatte, bat ich in einem zweiten Schreiben nochmals darum. Auf eine Antwort warte ich noch heute und wahrscheinlich für alle Zeiten.

 

Die Albert-Schweizer-Stiftung forderte mit E-Mails vom 12.08.2010 Bezieher ihres Newsletter auf, nachstehendes Schreiben zu unterzeichen und an die EU-Kommission zu schicken:

 

Sehr geehrter Herr EU-Kommissar Cioloş, sehr geehrter Herr EU-Kommissar Dalli,

erfreut habe ich zur Kenntnis genommen, dass die Europäische Lebensmittelsicherheitsbehörde (EFSA) durch ihr wissenschaftliches Gremium für Tiergesundheit und Tierschutz (AHAW) in zwei aktuellen Gutachten über das Wohlbefinden von Masthühnern und von Masthuhnzuchttieren (Elterntieren) zu weitreichenden Schlüssen im Sinne des Tierschutzes gekommen ist.

Ich fordere Sie dringend auf, diese wissenschaftlichen Erkenntnissen in vollem Umfang in Ihren Bericht an das Europäische Parlament und den Rat der Europäischen Union aufzunehmen und nachhaltige Verbesserungen, sowohl bei der Zucht als auch bei den Haltungsbedingungen, einzufordern.

Ich bin froh, dass die EU in Art. 13 des EU-Arbeitsweisevertrages Tiere als fühlende Wesen anerkannt und versprochen hat, den Erfordernissen ihres Wohlergehens künftig in vollem Umfang Rechnung tragen zu wollen. Umso unverständlicher ist es, dass gegen Überzüchtungen, die zu gravierenden Gesundheitsproblemen bei den Tieren führen, nicht eingeschritten wird. Die EFSA hat festgestellt, dass bei den bislang üblichen Zuchtlinien Skeletterkrankungen und Probleme wie Knochenverformungen, Lahmheit, Hautentzündungen und plötzlicher Herztod vorprogrammiert sind, weil man in den letzten Jahrzehnten durch genetische Auswahl das Wachstum der Hühner um das Vierfache beschleunigt hat. Solche Zuchtformen erfüllen den Tatbestand der Tierquälerei und müssen verboten werden.

Bei den Elterntieren kommen schwere, dauerhafte Leiden hinzu, weil diese Tiere einerseits durch die Selektion auf schnelles Wachstum und hohen Muskelansatz ein ständiges starkes Bedürfnis nach hoher Futteraufnahme haben und andererseits ihre Fütterung stark beschränkt werden muss, um die Tiere auch noch nach Erreichen der Geschlechtsreife lebens- und zeugungsfähig zu halten. Bei Futtergaben, die den Hunger der Elterntiere stillen, würden sie - wie ihre Jungen - nach einiger Zeit unter ihrem eigenen Gewicht zusammenbrechen.

Auch die momentan zulässige Besatzdichte bei Masthühnern von bis zu 39 oder sogar 42 kg - also über 25 Hühner - pro Quadratmeter Stallfläche ist viel zu hoch, da Tiere, die so eng aufeinander leben müssen, sich nicht mehr artgerecht bewegen und noch nicht einmal mehr ungestört ruhen können. Das AHAW-Gremium hat im Jahr 2000 festgestellt, dass das gleichzeitige Ruhen schon bei 19 Tieren je Quadratmeter gestört ist und dass oberhalb einer Besatzdichte von 20 Tieren ernste Probleme mit dem Wohlbefinden nicht mehr zu vermeiden sind.

 

Ich fordere sie auf, diesen Erkenntnissen Rechnung zu tragen und für ein sofortiges Verbot tierquälerischer Zuchtlinien sowie für eine Verminderung der Besatzdichte bei Masthühnern auf jedenfalls nicht mehr als 30 kg pro Quadratmeter - also 20 Hühner - einzutreten.

 

Außerdem sollte in dem kommenden Bericht festgehalten werden, dass die Zugabe von natürlichem Beschäftigungsmaterial sowohl bei Masthühnern als auch bei Elterntieren notwendig ist, damit die Tiere ihr angeborenes Erkundungsverhalten ausleben können.

Ich erinnere abschließend daran, dass in der Richtlinie 2007/43/EG mit Mindestvorschriften zum Schutz von Masthühnern festgehalten wurde, neue wissenschaftliche Erkenntnisse rasch in die Richtlinie einfließen zu lassen. Dafür ist die Zeit nun reif!

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Das Schreiben finden Sie unter der Überschrift "Hühnermast-Richtlinie verschärfen" auf folgender Internet-Seite:

http://albert-schweitzer-stiftung.de/tierschutz-aktiv/petitionen/huhnermast-richtlinie-verscharfen

 

Unsere Anmerkung

 

Wir haben der Stiftung mitgeteilt, dass wir grundsätzlich gegen die Einrichtung vom Mastbetrieben sind und daher den Brief nicht unterschreiben werden. Mit unserer Unterschrift zu diesem Schreiben würden wir uns für den Erhalt derartiger Betriebe aussprechen und zudem 20 Hühner auf einem Quadratmeter für artgerecht halten. Ein Huhn auf der Fläche von 20 x 25 cm! Übrigens bedeutet diese Forderung keine Verbesserung, da die EU-Richtlinie ab dem 01.01.2010 die Fläche für 20 Hühner festgelegt hat.

 

Darauf sollen wir uns für alle Zeiten festlegen? Nicht mit uns.

 

 

Bericht der Celleschen Zeitung vom 11.08.2010

 

Rothkötter drückt aufs Tempo

Nach der spektakulären Räumung des Besetzercamps am Dienstag sind in Wietze die Arbeiten am Schlachthofgelände fortgesetzt worden. Arbeiter haben den Bauzaun inzwischen vollständig um das Gelände gezogen. Außerdem wurden mobile Scheinwerfer aufgebaut.

WIETZE. Gestern Mittag haben mehrere Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes mit Hunden das von Rothkötter erworbene Grundstück bewacht. Die Wachleute gehen regelmäßig auf Patrouille, um das Gelände zu kontrollieren. Darüber hinaus haben bereits die Arbeiten für eine Baustraße begonnen.

Unterdessen teilte Polizeisprecher Christian Riebandt mit, dass von den 16 Besetzern, die sich am Dienstag teilweise im Boden verankert und in Betonvorrichtungen aneinander gekettet hatten, niemand aus der Region Celle komme. „Sie sind nahezu aus dem gesamten Bundesgebiet, unter anderem aus Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Hessen“, sagte Riebandt gestern der Celleschen Zeitung. Sechs von ihnen seien polizeilich schon früher aufgefallen, etwa durch Verstöße gegen das Versammlungsgesetz, hieß es. Diese sechs Personen bekamen daher ein Aufenthalts- und Betretungsverbot für das Rothkötter-Gelände in Wietze, sagte der Polizeisprecher.

Unsere Anmerkung

 

Fast wie ein 4-Sterne-Hotel mutet der in Wietze im Aufbau befindliche Schlachthof aus. Jedoch übernachtet hier niemand. Hier werden wöchentlich "nur" 2.592.000 Hühner umgebracht und in den Tiefkühltheken der Discounter unseres Vertrauens beerdigt.

 

Das Foto entnahmen wir der Seite von wietze-info.de.

 

Bericht der Braunschweiger Zeitung vom 10.08.2010

 

Polizei räumt Baugelände für Schlachthof

von Marcus Schlesag

 

Der Baubeginn des Geflügelschlachthofs in Wietze bei Celle steht offenbar kurz bevor. Die Polizei räumte gestern auf dem Gelände ein Protestcamp, genehmigt ist die Schlachtung von 2,6 Millionen Hähnchen je Woche. Auch Landwirte aus unserer Region liefern.

Bereits im Mai hatten Aktivisten das Gelände besetzt. Gestern fanden die Polizisten rund 20 Besetzer vor, 13 von ihnen hatten sich festgekettet. Einige hatten sich in einem eingegrabenen Wohnwagen verschanzt.

In Wietze will die Unternehmensgruppe Rothkötter nach eigenen Angaben 60 Millionen Euro investieren und sich von Mastbetrieben im Umkreis von 150 Kilometern mit Hähnchen beliefern lassen.

Auch Landwirte aus unserer Region planen den Bau von Mastanlagen. So sind im Kreis Peine bislang vier Hähnchenmast-Anlagen geplant, ebenso im Kreis Wolfenbüttel.

 

 

In diesem Camp protestierten Demonstranten gegen den geplanten Geflügelschlachthof in Wietze. Die Polizei räumte das Camp gestern. 

Foto: Peter Steffen/dpa

 

Die Standorte im Kreis Peine: 

Mehrum

Wendessen

Solschen

Alvesse

 

Standorte im Kreis Wolfenbüttel: 

Burgdorf

Groß Denkte

Cramme

 

Heute Abend befasst sich der Gemeinderat Burgdorf in einer Bürgerfragestunde mit dem geplanten Bau von zwei Ställen. Gegen mehrere der geplanten Anlagen hatte es in den Kreisen Protestaktionen gegeben – allerdings ohne nachhaltigen Erfolg. Tierschützer und Umweltverbände wenden sich gegen Massentierhaltung, pochen auf artgerechte Tierhaltung, Anwohner fürchten zudem Luftverschmutzung und Geruchsbelästigung.

 

Wie in Groß Denkte und Cramme sollen in Mehrum, Wendesse und Solschen je Mastperiode bis zu 40 000 Hähnchen aufwachsen, in Alvesse bis zu 84 800. Vorgesehen sind rund sieben Mastperioden im Jahr, jede dauert üblicherweise 35 Tage. Landwirte argumentieren, die Hähnchenmast sei für ihre Betriebe eine wichtige zusätzliche Erwerbsquelle, weil der Ackerbau immer unsicherer werde: Die Preise schwankten immer stärker, die Gewinne würden schmäler.

 

 

Im Kreis Uelzen sind 40 000 Hühner verendet, nachdem bei hochsommerlichen Temperaturen die Lüftungsanlage in dem Maststall ausgefallen war.

 

Der Sprecher des Landkreises Martin Theine bestätigte am Mittwoch einen entsprechenden Bericht der „Allgemeinen Zeitung“ in Uelzen. Der Vorfall ereignete sich bereits am 10. Juli in Holthusen II, war aber zunächst nicht publik geworden.

Nach Angaben des Kreisveterinäramtes sollen die Tiere bei einem Kontrollgang des Betreibers am Nachmittag noch am Leben gewesen sein. Um 19.00 Uhr habe dieser dann alle Hühner leblos vorgefunden, berichtete der Kreissprecher. Die Veterinärmediziner stellten keine Verstöße gegen geltende Auflagen fest. Zu dem Unglück könnte ein nicht funktionierender Alarm auf das Handy des Landwirts beigetragen haben. Der wirtschaftliche Schaden soll bei 50 000 Euro liegen. Die Betreiberfamilie hat ein Gutachten in Auftrag gegeben.

„Solche industriellen Massentierhaltungen dürfen nicht mehr genehmigt werden“, forderte der agrarpolitische Sprecher der Grünen, Christian Meyer. „Das Land muss für bessere Haltungsbedingungen und mehr Kontrollen sorgen“, verlangte er.

Vom „Fluch der Massentierhaltung“ sprach Marianne König von den Linken. „Derartige Anlagen sind nicht tiergerecht, sondern Tierquälerei“, erklärte die Agrar-Expertin der Linken-Fraktion. „Dieser Vorfall ist auch ein Warnschuss für die vielen Mastanlagen, die im Umkreis des Schlachthofs Wietze entstehen.“ Trotz monatelanger Proteste von Anwohnern soll in Wietze (Kreis Celle) ein Geflügelschlachthof entstehen.

„Da sieht man mal wieder, wie riskant die Agrarindustrie ist“, hatte Eckehard Niemann von der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft bereits am Dienstagabend kritisiert. „Bei bäuerlicher Auslaufhaltung wäre das nicht passiert“, betonte er.

 

 

Geflügelschlachthof in Wietze darf gebaut werden

Wir haben erfahren, dass das Gewerbeaufsichtsamt Lüneburg am 28.07.2010 die Genehmigung für die Errichtung und den Betrieb des umstrittenen Geflügelschlachthofes in Wietze (Kreis Celle) erteilt hat (siehe Anlage). "Genehmigt werden zwei Schlachtlinien mit einer Gesamtkapazität von 2,592 Millionen Hähnchen wöchentlich", hat das Gewerbeaufsichtsamt mitgeteilt. Künftig sollen an sechs Tagen pro Woche 27 000 Tiere pro Stunde geschlachtet werden.

Um einen umweltverträglichen Anlagenbetrieb zu gewährleisten, enthält der Bescheid nur einige Auflagen zur Höhe des Schornsteins, zur Filterung der Abgase und zur Staubbelastung. Ferner weist das Gewerbeaufsichtsamt daraufhin, dass die Anlage nach Inbetriebnahme umgehend hinsichtlich der Geruchs- und Lärmbelästigung für die Anwohner überprüft werden soll.

 

 

Anmerkung:

 

Ein Huhn hat eine Länge von ca. 25 cm.

 

2.592.000 Hühner dürfen wöchentlich geschlachtet werden. Die getöteten Tiere hintereinander gereiht ergeben somit eine Strecke von 648 km.

 

Das entspricht der Luftlinien-Entfernung von Braunschweig bis vor die Tore von Paris.

 

Und das sind pro Jahr bei 50 Arbeitswochen 32.400 Kilometer.

Der Erdumfang beträgt ca. 40.000 km.

 

In etwas über einem Jahr würde die Strecke der in Wietze geschlachteten Hühner unsere Erde einmal umrunden.

 

 

Errichtet werden soll der Schlachthof von der Fa. Rothkötter aus Meppen. Auf ihrer Internetseite ist kein Hinweis zu finden, dass sie auch Schlachthöfe betreibt. Sie empfielt sich lediglich als Futtermittelhersteller.

 

Ihr Leitspruch lautet:

Qualität - Service - Effizienz. Unser Handeln ist geprägt von der Verantwortung gegenüber unseren Tieren.

Auch der so genannte "Imagefilm" verheißt nur Gutes. Von Schlachtbetrieben ist nicht die Rede.

 

 

Reaktionen:

Wietzes Bürgermeister Wolfgang Klußmann fasste im Hinblick auf die Ansiedlung des Hühnerschlachthofes in Wietze seinen Gemütszustand in ein schönes Bild: „Der Kühlschrank ist angeschlossen, eine Flasche Sekt liegt schon drin. Ab und zu schaue ich nach, ob der Sekt noch da ist. Aber ich trinke ihn noch nicht.“

 

FDP-Ratsherr Hans-Jürgen Uher sagte: „Ich bin voll für das Projekt, hätte es aber besser gefunden, wenn die Bürger im Vorfeld umfassend über das Vorhaben informiert worden wären.“

 

Quelle: Cellesche Zeitung vom 17.09.2009

 

 

Anlage

 

Öffentliche Bekanntmachung des GAA Lüneburg vom 28.07.2010

Erteilung einer Genehmigung nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz (Firma Celler Land Frischgeflügel GmbH, Haren-Hüntel)
Bek. d. GAA Lüneburg v. 28.07.2010 - Az.: LG000028990

Das Staatliche Gewerbeaufsichtsamt Lüneburg hat der Firma Celler Land Frischgeflügel GmbH, Im Industriepark 1, 49733 Haren-Hüntel, mit Bescheid vom 15.07.2010, Az.: 4.1-LG000028990-026 b, gem. §§ 4 und 10 BImSchG i. d. F. vom 26. 9. 2002 ( BGBl. I S. 3830), zuletzt geändert durch Art. 2 des Gesetzes vom 11.8.2009 (BGBl. I S. 2723), in Verbindung mit § 1 und § 2 sowie der Nummer 7.2 Spalte 1 des Anhangs der Verordnung über genehmigungsbedürftige Anlagen (4. BImSchV) i. d. F. vom 14.3.1997 (BGBl. I S. 504) zuletzt geändert durch Artikel 13 des Gesetzes vom 11.8.2009 (BGBl. I S. 2723), die immissionsschutzrechtliche Genehmigung zur Errichtung und zum Betrieb eines Geflügelschlachtbetriebes (Schlachtung und Zerlegung von Hähnchen ) am Standort 29323 Wietze, Nienburger Straße, Gemarkung Wietze, Flur 2, Flurstücke 25/2, 22/3, 21/2, 44/4, 44/6, 42/4, 339/42, 341/42340/42, 42/1, 27/5, 39, 38/2, 330/27 teilweise, erteilt.

Gemäß § 10 Abs. 8 Sätze 2 und 3 BImSchG in Verbindung mit § 21a der Verordnung über das Genehmigungsverfahren (9.BImSchV) in der Fassung vom 29.5.1992 (BGBl. S.1001), zuletzt geändert durch Art. 4 des Gesetzes vom 23.10.2007 (BGBl. I S. 2470), werden der verfügende Teil des Bescheides und die Rechtsbehelfsbelehrung als Anlage öffentlich bekannt gemacht. Die Zustellung des Genehmigungsbescheides an die Personen, die Einwendungen erhoben haben, wird gemäß § 10 Abs. 8 Satz 1 BImSchG durch die öffentliche Bekanntmachung ersetzt.

Mit dem Bescheid verbunden sind Nebenbestimmungen, um die Erfüllung der Genehmigungsvoraussetzungen des § 6 BImSchG sicherzustellen.

Je eine Ausfertigung des vollständigen Genehmigungsbescheides mit Begründung liegt vom 29.07.2010 bis einschließlich 11.08.2010 in den folgenden Stellen zu den dort genannten Zeiten zur Einsichtnahme aus:

Staatliches Gewerbeaufsichtsamt Lüneburg, Auf der Hude 2, Raum Nr. 0.309a, 21339 Lüneburg,

montags bis donnerstags von 07.30 bis 16.00 Uhr

freitags von 07.30 bis 13.30 Uhr

sowie

Gemeinde Wietze, Steinförder Straße 4, 2. OG, Raum 35, 29323 Wietze

montags bis mittwochs 07.00 Uhr bis 12.00 Uhr, 13.00 Uhr bis 16.00 Uhr

donnerstags 07.00 Uhr bis 12.00 Uhr, 13.00 Uhr bis 18.00 Uhr

freitags 07.00 Uhr bis 12.00 Uhr

Mit dem Ende der Auslegungsfrist gilt der Bescheid auch gegenüber Dritten, die keine Einwendungen erhoben haben, als zugestellt(§ 10 Abs. 8 Satz 5 BImSchG).

Personen, die Einwendungen erhoben haben, können den Bescheid und seine Begründung bis zum Ablauf der Widerspruchsfrist schriftlich anfordern(§ 10 Abs. 8 Satz 6 BImSchG).

Anlage


Genehmigungsentscheidung

I. Genehmigung

1. Das Staatliche Gewerbeaufsichtsamt Lüneburg (Genehmigungsbehörde) erteilt der Firma (Antragstellerin):

Celler Land Frischgeflügel GmbH
Im Industriepark 1
49733 Haren

auf Antrag vom 11.01.2010, hier am 11.01.2010 eingegangen,

die Genehmigung zur Errichtung und zum Betrieb eines Geflügelschlachtbetriebes (Schlachtung und Zerlegung von Hähnchen ) auf dem Grundstück:

PLZ, Ort : 29323 Wietze
Straße : Nienburger Straße
Gemarkung : Wietze
Flur : 2
Flurstück(e) : 25/2, 22/3, 21/2, 44/4, 44/6, 42/4, 339/42, 341/42340/42, 42/1, 27/5, 39, 38/2, 330/27 teilweise

Die Schlachtleistung der Anlage wird wie folgt begrenzt:

27000 Hähnchen stündlich (h)in 2 Linien (SL 3 + SL 4),

432000 Hähnchen täglich (d) in 2 x 8 Std. /d,

2.592.000 Hähnchen wöchentlich


Die Genehmigungsentscheidung basiert auf den §§ 4, und 10 des Bundes-Immissions-schutzgesetzes (BImSchG) in Verbindung mit § 1 und § 2 der Verordnung über genehmigungsbedürftige Anlagen (4. BImSchV) sowie der Ziffer 7.2 Spalte 1 des Anhanges der 4. BImSchV.

2. Die Anlage besteht im Wesentlichen aus folgenden Betriebseinheiten:

BE 1 Annahmebereich (SL 3 + SL 4)

BE 2 Schlachtung (SL 3 + SL 4)

BE 3 Bratfertigbereich(SL 3 + SL 4)

BE 4 Intensiv- und Reifekühlung(SL 3 + SL 4)

BE 5 Zerlegung/Filetierung/Weiterverarbeitung

BE 6 Verpackung/Versand(SL 3 + SL 4)

BE 7 Technik (SL 3 + SL 4)

BE 7.1 Kälteanlage (SL3)

BE 7.2 Kälteanlage (SL4)

BE 8 Wasserversorgung (SL 3 + SL 4)

BE 9 Abfalllagerung(SL 3 + SL 4)

BE 10 Abluftreinigungsanlage(SL 3 + SL 4)

BE 11 Sozialbereich(SL 3 + SL 4)

BE 12 Prozesswasserreinigung mit der (SL 3 + SL 4)

BE 12.1 Rechensieb(SL 3 + SL 4)

3. Die Genehmigung erfolgt nach Maßgabe der in Anhang 1 aufgeführten Antragsunterlagen.

4. Die Genehmigung ergeht mit den in Abschnitt II aufgeführten Nebenbestimmungen.

5. Die im Genehmigungsverfahren erhobenen Einwendungen sind durch Regelungen im Abschnitt II berücksichtigt worden. Soweit sie nicht berücksichtigt wurden, werden die
Einwendungen zurückgewiesen.

6. Der Antrag von Frau Helga Schleicher vom 28.03.2010, auf Wiedereinsetzung in den vorherigen Stand, wird zurückgewiesen.

7. Auf Antrag der Antragstellerin vom 09.06.10 wird im überwiegenden Interesse der Antragstellerin auf der Grundlage des § 80 Abs. 2 Satz 1 Nr. 4 der Verwaltungsgerichtsordnung die
sofortige Vollziehung dieses Bescheides angeordnet.

8. Diese Genehmigung erlischt, wenn nicht innerhalb von drei Jahren nach Bestandskraft der Genehmigung mit der Errichtung der Anlage begonnen worden ist. Diese Frist kann aus
wichtigem Grund auf entsprechenden Antrag verlängert werden. Die Genehmigung erlischt ferner, wenn die Anlage während eines Zeitraumes von mehr als drei Jahren nicht
betrieben worden ist oder das Genehmigungserfordernis aufgehoben wird. Die in die Genehmigung eingeschlossenen anderen behördlichen Entscheidungen nach § 13 BImSchG
bleiben hiervon unberührt.

9. Die Antragstellerin trägt die Kosten des Verfahrens. Über die Höhe der Kosten ergeht ein gesonderter Bescheid.

II. Ihre Rechte

Gegen diesen Bescheid kann innerhalb eines Monats nach Zustellung Widerspruch erhoben werden. Der Widerspruch ist schriftlich oder zur Niederschrift beim Staatlichen Gewerbeaufsichtsamt Lüneburg, Auf der Hude 2, 21339 Lüneburg, einzulegen.

 

 

 

Anzeige der Firma Wiesenhof in STERN, Ausgabe vom 04.02.2010

Hier der Text der Anzeige:

Wissen Sie eigentlich, was Sie so essen?
Verbraucher wünschen Informationen.


Immer mehr Verbraucher wollen heutzutage wissen, wo die Produkte, die sie essen, herkommen — und was in ihnen enthalten ist. Oft ist dieser Hunger nach Informationen aber nur schwer zu stillen.
Viele Lebensmittel geben keine Auskunft über Herkunft und Inhalte.

Ein typischer Fall sind Wurstwaren. Hier wird selten angegeben, woher der wichtigste Rohstoff, das Fleisch, stammt. Auch bei Geflügelwurst ist dies eher die Regel. Während die Nährwerte oft genannt werden, fehlt meistens ein Hinweis auf die Herkunft des Getlügels. Vielen Verbrauchern ist dabei nicht bewusst, dass Deutschland große Mengen Geflügelfleisch z.B. aus Brasilien oder Thailand importiert. Dieses Importfleisch wird gerade in Wurst- oder Fleischzubereitungen eingesetzt — ohne dass es für die Verbraucher ersichtlich ist. Eine Kennzeichnung wird bislang vom Gesetzgeber auch nicht gefordert.
Es gibt aber Markenhersteller, die bewusst einen anderen Weg gehen. Wiesenhof, Deutschlands führender Geflügelspezialist, setzt zum Beispiel für seine Markenprodukte ausschließlich Fleisch aus heimischer, deutscher Qualitätserzeugung ein. Unter dem Motto "Wissen, was drin ist“ wird auf jeder Geflügelwurst-Packung die deutsche Herkunft des Geflügelflelsches herausgestellt.
Aber nicht nur über die Herkunft, auch über die Inhalte des Produktes informiert das Etikett. Wiesenhof verzichtet auf künstliche Geschmacksverstärker und künstliche Farbstoffe, um den natürlichen Geschmack zu erhalten. Auch auf Gluten, ein Getreideeiweiß, auf das viele Menschen allergisch reagieren, wird verzichtet. Wer also wissen möchte, woher die Lebensmittel kommen und was sie enthalten, sollte genauer hinschauen. Und dann zu Produkten greifen, die offen Auskunft geben.
Klare Ansage!
Wenn man weiß, was man isst, schmeckt es einfach besser.
Deswegen nennt WIESENHOF jetzt auf jeder Packung klar und deutlich, was drin ist.Und was nicht!
Guten Appetit!

Ende des Textes

Guten Appetit?  Dann schauen Sie einmal hier!
 

   

Bericht aus der Zeitschrift "Die Welt" vom 09.05.2007

Ein Quadratmeter Stall soll (ab 01. Januar 2010) für 20 Hühner reichen

von Hanneloe Crolly

Brüssel - Ein langes Leben hat ein Masthuhn nicht: Zum Schlachtgewicht von etwa 1,8 Kilo frisst es sich in knapp sechs Wochen heran. In dieser Zeit, klagen Tierschützer, müssten in Europa viele Hähnchen unnötig leiden. Gehege seien überfüllt, Hygiene und Versorgung teilweise erbärmlich. Doch anders als bei Legehennen gab es in der EU noch keine einheitlichen Vorschriften zur Hühnermast.

Nach einem zweijährigem Streit haben die EU-Agrarminister das nun geändert: Von 2010 an dürfen in Mastbetrieben maximal 20 Hähnchen pro Quadratmeter Fläche leben. In den Augen der Tierschützer hat die deutsche Ratspräsidentschaft, die den Vorschlag durchpaukte, dem Tierschutz damit jedoch einen Bärendienst erwiesen: "Die neue Richtlinie ist ein Armutszeugnis für die europäische Tierschutzpolitik, denn schwere Tierschutzprobleme werden nicht verhindert, sondern gesetzlich legitimiert", klagt Markus Pfeuffer von der Vereinigung "Vier Pfoten". Viele umstrittene Punkte der Hühnerzucht seien außer Acht gelassen worden. Die EU habe alle wissenschaftlichen Erkenntnisse ignoriert und eine viel zu hohe Tierdichte im Stall festgeschrieben.

Tatsächlich könnte ein deutscher Betrieb künftig theoretisch sogar noch mehr Hähnchen mästen als bisher. Denn die neue Regelung sieht zwar ein Gesamtgewicht der Tiere von 33 Kilogramm pro Quadratmeter vor. In Deutschland haben sich die Betriebe bisher freiwillig an eine Obergrenze von 35 Kilogramm gehalten. Doch wenn bestimmte Bedingungen - eine niedrige Sterberate und gute Klimaverhältnisse etwa - erfüllt sind, können EU-Betriebe ihre Zucht von 33 auf bis zu 42 Kilogramm oder 23 Tiere pro Quadratmeter ausweiten. Die neuen Regeln gelten außerdem nur für Massenbetriebe mit mehr als 500 Tieren.

Die EU-Kommission, die vor zwei Jahren 30 Kilogramm vorgeschlagen hatte, hält den Kompromiss dennoch für vertretbar. "Wir hätten den ursprünglichen Vorschlag bevorzugt, aber dies verbessert doch die Lage gegenüber der heutigen Situation", sagte EU-Gesundheitskommissar Markos Kyprianou. Die Tierschützer dagegen hatten eine Obergrenze von 15 Tieren gefordert. Um die Details der Richtlinie hatte es bis zuletzt heftigen Streit gegeben. Während Frankreich, die Slowakei, Ungarn, Griechenland, Tschechien und Polen gegen die Einführung wetterten, monierten Großbritannien, Schweden, die Niederlande und Dänemark die Verwässerung der Richtlinie.

Forscher der britischen Universität Oxford haben allerdings herausgefunden, dass die Raumverhältnisse zwar eine wichtige Rolle für das Wohlergehen von Masthühnern spielt. Nicht minder wichtig sind aber die klimatischen Verhältnisse. Temperatur und Luftfeuchtigkeit, der Ammoniak-Gehalt der Luft sowie die Qualität der Einstreu entscheiden stärker über die Sterblichkeit der Broiler als der verfügbare Platz. All diese Bedingungen sind in der neuen Richtlinie aber nicht geregelt.

Weltweit werden jedes Jahr 20 Milliarden Masthühner aufgezogen, in der EU sind es fünf Milliarden. Größter Produzent ist Großbritannien mit 800 Millionen Stück. Deutschland ist mit rund 480 Millionen Stück der fünftgrößte Masthuhn-Anbieter der EU.

 

Bericht der Braunschweiger Zeitung vom 23.12.2009

 

"Der Hühnermist landet direkt auf dem Acker"

 

Fünf Mastställe sind im Landkreis geplant – Mist könnte zur Energiegewinnung genutzt werden

Von Katja Dartsch

PEINE. Mehrere Landwirte planen den Bau von fünf Hühnermastanlagen im Kreis Peine. In den Ställen sollen insgesamt 240 000 Tiere Platz finden – da fällt eine Menge Mist an. Was passiert damit?

"Das ist normaler Hühnermist: Eine Mischung aus Kot und Stroh, die wertvolle Nährstoffe enthält und wunderbar als Dünger genutzt werden kann", erklärt Andreas Freytag, Leiter der Bezirksstelle Braunschweig der Landwirtschaftskammer Niedersachsen. "Früher hatte jeder Bauer sein eigenes Vieh und nutzte deren Mist für seine Felder."

Mittlerweile aber habe sich der Braunschweiger Raum zur viehärmsten Region Niedersachsens entwickelt, so dass die Peiner Bauern sich Hühnermist zum Düngen aus dem Weser-Ems-Gebiet besorgen würden: "Der muss 200 Kilometer über die Straße transportiert werden. Künftig ist das einfacher, da landet der Naturdünger aus Peine direkt auf dem Peiner Acker", so Freytag: "Das ist ein großer Vorteil." Gesundheitliche Bedenken gebe es keine.

Die Kreisverwaltung weist zudem auf die Möglichkeit hin, dass der Mist, der beim Betrieb von Hähnchenmastanlagen anfällt, einer Biogasanlage zugeführt werden könnte. Freytag bestätigt dies, schränkt aber ein, dass eine solche Anlage nicht ausschließlich mit Hühnermist betrieben werden dürfte: "Sonst fallen zu viele Giftstoffe wie Stickstoff und Ammoniak an, so dass der Gärprozess nicht rund läuft. Es darf nur ein bestimmter Prozentsatz Hühnermist sein." Nachdem die Gase energetisch genutzt wurden, könnte der Mist dann auf den Acker gebracht werden.

Grundsätzlich bezeichnet Freytag die Aufregung über die geplanten Ställe als übertrieben: "Man hat ja den Eindruck, hier sollen nicht fünf Mastställe, sondern fünf Atomkraftwerke gebaut werden." Dabei seien fünf Mastställe nicht viel: "In der Region Weser-Ems betreibt allein ein Landwirt so viele Ställe."

Unterdessen sorgen sich im Landkreis Wolfenbüttel Bürger in Cramme und Denkte um den möglichen Bau von zwei Hühnermastanlagen. Sie übergaben 400 Einwendungen an den Landkreis.

 

23.12.09

Bürger übergeben Einwendungen gegen Hühnermastanlagen an Landkreis Wolfenbüttel

Von Udo Starke

CRAMME/DENKTE. Vertreter lokaler Bürgerinitiativen haben am Montag im Planungsamt des Landkreises 400 unterschriebene Einwendungen gegen die geplanten Hähnchenmastanlagen in Groß Denkte und Cramme übergeben.

Sie demonstrierten damit nach eigenen Angaben gegen die mit den Anlagen verbundene Qualzucht, die Belastungen durch Immissionen und die daraus resultierenden Gesundheitsgefahren, die Zerstörung von Lebensraum geschützter Tiere und den zu erwartenden Wertverlust ihrer Immobilien (wir berichteten).

Obwohl das Genehmigungsverfahren keine öffentlichen Einwendungen erlaubt, nutzten die 30 Bürger mit Transparenten eine Sprechstunde in der Kreisverwaltung, um auf die möglichen Auswirkungen in ihrem Lebensraum hinzuweisen.

Anlaufstelle im Landkreisgebäude war das Amt für Bauen und Planen. In einem einstündigen Gespräch erläuterten Claus-Jürgen Schillmann (Bauamtsleitung) und Amtsleiter Werner Jünemann das Genehmigungsverfahren und nahmen die besorgten Hinweise der Bürger auf.

Die Einwendungen sollen nun auf Ansatzpunkte für das Genehmigungsverfahren geprüft werden. Die Landkreisbehörde gehe davon aus, dass durch die Berechnungen anhand der Antragsangaben und den Vergleich mit bestehenden Tabellen eine gewissenhafte Prüfung erfolge.

Vom Antragsteller geforderte Gutachten und nötigenfalls eigene Recherchen sollten die Grundlage für die Umsetzung des privilegierten Baurechtes sein, bei der die Behörde nur eine Umsetzungsaufgabe habe, hieß es. "Wir werden weiterhin für unsere Rechte eintreten, auch da, wo sie noch nicht Gesetz sind", betonte Sprecher Thomas Meyer.

 

Bericht auf Utopia.de

 

Klimasau Schlachthof Wietze - Gemeindepolitiker sehen Zukunft in der Geflügelmast !

 

erstellt am 08.12.2009 am 22:37

 

Das geht ja garnich.......


Agrarindustrielle Strukturen wie im Emsland drohen der Lüneburger Heide und Ost-Niedersachsen durch den Plan der Rothkötter-Gruppe („Emsland Frischgeflügel GmbH“), in Wietze bei Celle einen riesigen Hähnchenschlachtbetrieb zu bauen. Für die eine Million Schlachtungen pro Woche sollen 150 Vertragsmäster im Umkreis von 100 km produzieren. Langfristig sind 600 neue Mastställe geplant. Die A 7 würde zum „Hähnchen-Highway“, so die Hannoversche Allgemeine, von Northeim im Süden über Hildesheim und Celle bis Soltau-Fallingbostel und Uelzen im Norden.

„Vermittelt“ haben diese Expansion in östliche „Ausweichregionen“ der Staatssekretär Ripke und die Landesregierung, nachdem die Weser-Ems-Region mit Ställen bereits so vollgepflastert ist, dass Anwohner und Gemeinden von dieser Viehdichte die „Nase voll“ haben. Förderer der Pläne ist auch Bauernverbands-Vize und Putenmäster Hilse, der kürzlich als Festredner beim Rothkötter-Jubiläum „gute Aussichten“ versprach.

Nach einer Besichtigungsfahrt zum Rothkötter-Stammsitz Haren bei Meppen priesen Celles Kommunalpolitiker die 40-Millionen-Euro-Investitionspläne als „Sechser im Lotto“ - mit „bis zu 1.000 Arbeitsplätzen“ (Rothkötter spricht von zunächst 250 (!)). Mit den 1,4 Millionen Euro für die öffentliche Erschließung wird es nicht getan sein. Weitere Kosten sind zu erwarten für Grundstückserwerb, die Verlegung vorhandener Nutzungen, die Bereitstellung von Wasser, die Erweiterung der Kläranlage und den Ausbau der Straßen für zusätzlich 100 LKWs. „Alles verliert an Wert, Boden, Luft und auch das eigene Haus“ – so ein Leserbrief. Andere verweisen auf die Gefährdung von Tourismus und Regions-Image, auf Niedriglöhne und Arbeitsbedingungen in der Schlachterei und auf die anstehenden Auseinandersetzungen in den Dörfern.

Unterdessen laufen erste „Informationsveranstaltungen“ der Kammer für Landwirte und Biogas-Betreiber, denen man mit Hinweis auf die schlechten Preise bei Milch oder Getreide ein Zusatzeinkommen aus der Hähnchenmast verspricht. Celles Kreislandwirt Mente und seine „Landvolk“-Kollegen in den Nachbarkreisen treten als Befürworter der Agrarindustrie auf. Dabei hat die Kammer erst kürzlich gewarnt, bei der Hähnchenmast als „Centgeschäft“ schreibe man nur mit bestem Management schwarze Zahlen. Ein Großteil der Mäster habe seit Jahren nicht einmal die Ausgaben begleichen können. Angesichts des deutschen Selbstversorgungsgrads von über 100 Prozent, einer „baldigen Marktsättigung“ in der EU und eines weiteren Produktionswachstums könnten die „Integratoren“ die Produktion bald zurückfahren (die Verträge laufen meist nur ein Jahr).

 

Missstände auch auf deutschen Rinder- und Schweine-Schlachthöfen

Newsletter von TASSO e.V. vom 08.04.2010

 

Bolzenschussgeräte sind seit Jahren gängige Praxis, um Schlacht-Rinder vor der Tötung zu betäuben wie es das Gesetz vorschreibt. Dass diese Geräte nicht immer beim ersten Schuss das gewünschte Ergebnis - nämlich die vollkommene Bewusstlosigkeit des Tieres – zur Folge haben, ist bekannt. Weniger bekannt ist, dass für einen zweiten und dritten Betäubungsversuch meist keine Zeit bleibt. Denn Schlachtbetriebe kalkulieren pro Tötung eines Rindes eine Minute. So passiert es laut Aussage eines Berichtes des "Stern" in vier bis sieben Prozent der Fälle, dass das Rind nicht bewusstlos ist, wenn es aus seiner Betäubungsbox gezogen und danach durch Blutentzug getötet wird. Bei dreieinhalb Millionen Rindern, die jährlich in Deutschland geschlachtet werden, heißt das, dass mindestens 150.000 Rinder in qualvoller Todesangst sterben und unendliche Schmerzen ohne Betäubung erleiden müssen. Die durch die Todesangst ins Blut abgegebenen Stresshormone isst der Verbraucher dann auf seinem Teller mit.

Nichts anderes in der Schweineschlachtung. Hier kommt, weil wirtschaftlicher, anstatt der früher üblichen Elektrozange hinter dem Ohr Kohlendioxid-Gas zum Einsatz. Dabei werden die Schweine voll automatisiert in einen Metallkäfig gepfercht und zum Gas befördert. Der Todeskampf kann laut Recherchen von Tierschützern bis zu 20 Sekunden dauern. Auf vielen Schlachthöfen komme es laut Experten auch vor, dass Schweine versehentlich nicht oder nicht richtig abgestochen werden. Schätzungen gehen davon aus, dass daher jährlich 500.000 Schweine lebend in Brühanlagen gelangen.

Der Bundesregierung sind die Misstände offensichtlich bekannt. Sie sprach im Zusammenhang mit der Schlachtung gegenüber dem Nachrichtenmagazin Frontal 21 sogar von Verstößen gegen Bestimmungen des Tierschutzgesetzes, so das Nachrichtenmagazin "Stern".

  

Bisher erhaltene Zuschriften                                                                                     Unsere E-Mail-Adresse: jm.mewes@t-online.de

10.08.2010

Lieber Jürgen Mewes,
vielen Dank für Deinen/Ihren Einsatz!!!!
Habe gerade auf meinem Blog einen Kurzartikel mit einem Link zu Deiner/Ihrer Seite verfasst.
Wünsche viel Erfolg beim Wiederstand gegen die Massenschlachtanlage.
Thomas Heinrich Schmöckel
Grosse Str. 37
24937 Flensburg
0461-4808497
www.steppps.net/steppps
--
Thomas Heinrich Schmöckel
Grosse Str. 37
24937 Flensburg

 

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